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Das Tintenfässchen

Dieses Thema im Forum "Die gute Stube" wurde erstellt von Damion, 15. Oktober 2017.

  1. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

    Registriert seit:
    15. Juli 2015
  2. Damion

    Damion Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    2. Dezember 2015
  3. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

    Registriert seit:
    15. Juli 2015
    Na gut, wenns nicht verboten ist, ist es halt erlaubt.:rolleyes::rolleyes:

    Bitte nicht auf den Boden spucken!

    Wer in der Öffentlichkeit spuckt, zahlt bis zu fünfzig Yuan. Umgerechnet sind das an die zehn Franken. So hat das Bildungsamt Pekings vor kurzem beschlossen. Mit den Bussen soll das Sars-Virus eingedämmt werden, das sich - so die Wissenschafter -
    Wer in der Öffentlichkeit spuckt, zahlt bis zu fünfzig Yuan. Umgerechnet sind das an die zehn Franken. So hat das Bildungsamt Pekings vor kurzem beschlossen. Mit den Bussen soll das Sars-Virus eingedämmt werden, das sich - so die Wissenschafter - auch durch Tröpfchen übertrage. Es ist anzunehmen, dass sich die Bevölkerung der chinesischen Hauptstadt nicht lange an die Vorschrift halten wird. Schon bisherige Verbote waren praktisch wirkungslos. Denn Spucken gilt als erleichternd und gesund.
    Während in China und Hongkong der Kampf gegen das Spucken intensiviert wird, scheint das Tabu sich hierzulande zu lockern. Spucken ist bei Fussballern gang und gäbe. Nach einem erfolgreichen Torschuss und genauso nach einem erfolglosen wird auf den Rasen gespuckt, und wenn der Schiedsrichter pfeift oder wenn er es unterlässt. Und wenn einer zornig ist: weit hinten im Rachenraum das Hirn hinunterziehen und hinaus damit.
    «Das hat zwar auch mit natürlichen Bedürfnissen nach einer körperlichen Anstrengung zu tun», sagt der Psychotherapeut Peter Hain; «anderseits ist es aber auch eine Machtdemonstration.» Man könnte es tatsächlich mit dem Markieren des Reviers durch einen Hund vergleichen. «Es besagt: ‹Hier bin ich, und hier spucke ich.›»
    Für die Jungen geben die Fussballstars ein Lehrstück in Körpersprache.
    Jugendliche placieren rund um die Schulareale immer ungenierter ihre Markierungen, stellen Hausabwarte fest. «Das Schweigen über die Spuckerei auf der Strasse brechen», verlangte etwa die «Solothurner Zeitung» im vergangenen Jahr in einem Bericht über die ärgerliche Situation. Der Basler Grossrat Markus Borner, Kantonalpräsident der Schweizer Demokraten, forderte in einer Interpellation ein Spuckverbot in der Öffentlichkeit. Das «Machogehabe» - die Mehrheit der Spuckenden scheint männlich zu sein - gehöre verboten.
    In unseren Breitengraden hat die Spucke trotz jugendlichen Lockerungsübungen eine miserable Reputation. Sie gilt als schmutzig und eklig. Ausspucken ist verpönt, vom Anspucken ganz zu schweigen. Dabei ist Speichel ein ganz besonderer Saft, der Anerkennung verdient wie das wertvolle Blut: ein Cocktail aus Enzymen, Antikörpern, Hormonen und Proteinen. Dank diesen Ingredienzien kann der Speichel Nahrungsmittel im Mund vorverdauen, die Zähne mineralisieren, Bakterien und Pilze bekämpfen, Wunden heilen. Er erleichtert auch die Wortbildung: «Mir bleibt die Spucke weg» heisst, dass kein Wort mehr herauskommt.
    Ein bis zwei Literflaschen liessen sich mit dem Wunderwasser füllen, das unsere in der Mundhöhle verteilten Drüsen täglich produzieren.
    In der Antike wurde der Speichel noch geehrt. Um einen Blinden sehend zu machen, spuckt ein früher Volksheiler dem Patienten einfach in die Augen. Es war Jesus, wie der Evangelist Markus erzählt (in 8,22-26); er tat dies nicht wegen seiner übernatürlichen Kräfte, sondern in Kenntnis des damaligen Standes der Medizin.
    Körpersäfte standen im Zentrum der Lehre des Mediziners Hippokrates, die durch den römischen Gladiatorenarzt Galenus weiterentwickelt wurde. Blut, Schleim und gelbe sowie schwarze Galle bildeten ihnen zufolge ein Gleichgewicht. Durch Krankheitsstof- fe von aussen, durch Fäulnis im Innern konnte ein Ungleichgewicht entstehen. Melancholie - übersetzt etwa: von schwarzer Galle bestimmt - ist der Zustand, der durch zu viel schwarze Galle entsteht. Seit Hippokrates und Galenus zielten viele therapeutische Massnahmen darauf ab, schädliche Stoffe mittels des Speichels aus dem Körper zu schaffen.
    Arznei der Volksmedizin
    Wissen um die heilsame Spucke ist in der Volksmedizin erhalten geblieben. Man bespuckt Warzen, damit sie verschwinden, und reibt schwache Augen mit Mundflüssigkeit. Speichel vermag jedes Unheil abzuwehren, so das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens: Im Ausdruck «Pfui Teufel» ist noch der Klang des Ausspuckens enthalten, das ihn vertreibt: Pfiiiiih.
    Spucken war ein reinigender Akt - und die Menschen in andern Erdteilen, aus denen europäische Touristen entsetzt berichten, wie ungeniert gespuckt wird, scheinen das ebenso zu sehen. Das galt auch in Europa bis vor 400 Jahren. «Das Herunterschlucken von Speichel ist eine Unsitte» - resorbere salivam inurbanum est -, verkündete der Gelehrte Erasmus von Rotterdam noch Anfang des 16. Jahrhunderts. Unhöflich war es nur, quer über den Tisch zu spucken oder direkt darauf. Sonst aber wird munter auch im Innern von Wohnräumen auf den Boden gespuckt. Allmählich werden die Einschränkungen rigider, wie der Soziologe Norbert Elias in seinem Klassiker «Über den Prozess der Zivilisation» ausführt.
    Wenn schon ausspucken, so eine Vorschrift über Manieren hundert Jahre später, «soll man es so unsichtbar wie möglich tun und dafür sorgen, dass man weder Personen noch Kleider trifft». Es folgt die Anmerkung: «Und wohin man auch spuckt, soll man mit dem Fuss auf den Auswurf treten.» Was von vorneherein erfordert, dass man nicht zu weit spuckt. Die Vornehmeren gewöhnen sich schon daran, in ein Taschentuch zu spucken.
    Eine Wandlung setzt sich durch. In barocken Vorstellungen ist die Erde ein Jammertal, der Mensch ein Wurm, und im Körper wirkt irdische Fäulnis. Ein Arzt namens Paullini verkündet entsetzt: «Wenn du betrachtest, was täglich, ja stündlich durch Mund und Nasen und andere Ausgänge abgeführt wird, hast du dein Lebtag keinen garstigeren Misthaufen dann dich selbst gesehen.»
    Bald empfanden auch Hausmägde als eklig, was am Boden lag. Zumal in den Wohnräumen mehr und mehr Teppiche ausgelegt wurden. Um den Speichel aufzunehmen, wurden Spucknäpfe installiert. Anfänglich waren das richtige Holz- oder Blechkästen, mit Sägespänen und Sand gefüllt, deren Reinigung allerdings ebenfalls umständlich war. So galt es in besserer Gesellschaft bald als verpönt, in diese Hygienetöpfe zu spucken. Sie standen nur da als Zeichen für das, was man nicht tun sollte, weshalb Kulturhistoriker von «Verbotsmöbeln» sprechen.
    Tuberkulose-Edelweiss
    Norbert Elias erklärt den wachsenden Ekel damit, dass sich die Wege der Menschen häufiger kreuzten, das Zusammenleben dichter wurde, während die äussere Natur immer weniger Anlass zu Ängsten bot: «So werden auch die Menschen nun für einander in höherem Masse zur Quelle einer Augenlust oder umgekehrt auch zur Quelle einer durch das Auge vermittelten Unlust, zu Erregern von Peinlichkeitsgefühlen verschiedenen Grades.»
    Erst nachdem das Spucken schon als Untugend gilt, tritt die Tuberkulose auf. Nun liefert die medizinische Wissenschaft die Begründung für das, was kulturell schon vollzogen worden ist. 1882 weist der Bakteriologe Robert Koch die Existenz des Tuberkelbazillus nach, und weitere Forscher zeigen auf, wie dieser Bazillus durch Staub und Tröpfchen übertragen wird. Auswurf von Speichel gilt seither nicht nur als eklig, sondern als krankheitserregend.
    Ein heutiger Zeitgenosse erzählt, dass sein Vater angesichts von Spucke auf dem Boden jeweils ausgerufen habe: «Ein Heiligenschwand-Edelweiss!», was sich auf die Lungenkranken in der Berner Höhenklinik Heiligenschwand bezog.
    Spucken wird zum Tabu
    Eine Hygienebewegung, die manchmal fanatische Züge annahm, bekämpfte das Spucken. Sie befürchtete, das neue Verkehrsmittel Eisenbahn transportiere mit den Menschen gleich auch die Tuberkulosekrankheit durchs Land. Massnahmen waren angezeigt. «Nicht auf den Boden spucken», verlangten schwarzweisse Emailschilder sowohl in Bahnhöfen wie auch im Innern von Bahnwagen.
    Spucken wurde zum Tabu. «Mag sein, dass dieses Bedürfnis durch andere, etwa durch das Bedürfnis zu rauchen, kompensiert worden ist», meint Norbert Elias. Erlaubt ist öffentliches Spucken bloss in sublimierter Form. Als «Chriesistein-Spucken». Um diese Tätigkeit zu beflügeln, wurde vor einigen Jahren gar ein eidgenössischer Verband gegründet, der ordentliche Wettbewerbe veranstaltet. Meister schaffen an die 20 Meter Weite, Damen etwas weniger.
    Doch sonst: nichts mehr von reinigender und heilender Wirkung. Den historischen Wertewandel musste unlängst ein Bundesrichter erfahren, der in Richtung eines Journalisten gespuckt hatte und danach bestritt, dass irgendeine schlechte Absicht damit verbunden gewesen sei. Vermutlich wollte er ja nur die berufsbedingte Bosheit im Journalisten austreiben - Pfui Teufel! - und sah sich dann mit der Tatsache konfrontiert, dass das Bundesgericht Spucken als Ekelbezeugung wertete. Liess dieses doch in einer Pressemitteilung verlauten: «Anspucken ist eine besonders niedrige Art, jemandem Verachtung und Hass zu zeigen. Selbst Kindern lässt man ein solches Verhalten nicht durchgehen. Bei einer erwachsenen Person lässt es darauf schliessen, dass sie dem andern nicht einmal mehr die minimalste Achtung zu zollen bereit ist.»
    Wenn nicht nur Jugendliche in Schulhäusern und Profis auf Sportplätzen, sondern selbst Bundesrichter zu speien anfangen wie Lamas, wird es wohl definitiv Zeit, in Amtsräumen und in den Eisenbahnwagen die Emailtäfelchen und die guten alten Spucknäpfe wieder zu Ehren zu bringen.
    25.5.2003
     
  4. Damion

    Damion Kluger Baumeister

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  5. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

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    Wieder mal was englisches, das gibt es aber leider nicht auf deutsch.
     
  6. Damion

    Damion Kluger Baumeister

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    Ich stell mir das grad mal mit Goldüberzug vor :rolleyes::D
     
  7. Damion

    Damion Kluger Baumeister

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    2. Dezember 2015
  8. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

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  9. Damion

    Damion Kluger Baumeister

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    Schöner Bericht. Danke @Vendor

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  10. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

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  11. Damion

    Damion Kluger Baumeister

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    … der Graue Zug muss ja richtig bitter gewesen sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2019
  12. Damion

    Damion Kluger Baumeister

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    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2019
  13. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

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  14. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

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    Warum ist die englische Rechtschreibung so kompliziert?

    Als weltweit eingesetzte internationale Sprache hat Englisch viele Vorteile, nicht zuletzt weil es vergleichsweise leicht zu erlernen ist. Hauptwörter haben nur ein Geschlecht, so heißt es „the little girl” statt „la niña” (Spanisch) oder „das Mädchen”. Die Fälle sind (im Gegensatz zu vielen slawischen Sprachen und Latein) relativ einfach und es gibt kaum Deklinationen, an die es sich zu erinnern gilt
    (I walk, you walk, they walk, usw.).
    Andrerseits ist die englische Rechtschreibung sehr kompliziert und sehr oft unlogisch. Man spricht die Wörter nicht aus wie sie geschrieben werden.Haben Sie sich schon einmal gewundert warum die Buchstaben „ough” so verschieden ausgesprochen werden (/oʊ/ für „though„, /uː/ füR „through„, /ʌf/ für „rough„, /ɒf/ für „cough„, /ɔː/ für „thought„, /aʊ/ für „bough„, /ə/ für „thorough„)? Und warum gibt es so viele stumme Konsonanten, die nicht ausgesprochen werden, wie das „k” in „knee“ und „knock“? Oder das „h“ in „ghost“? Warum können die Buchstaben „bow” je nach Aussprache zwei völlig andere Bedeutungen haben? Und warum schreiben die Briten und die Amerikaner dasselbe Wort anders? Sie werden bestimmt gerne erfahren dass die Leute seit ebenso langer Zeit mit der englischen Rechtschreibung kämpfen wie mit dem Versuch, Englisch korrekt niederzuschreiben.

    Erste Versuche, Englisch zu schreiben

    Nachdem die Römer Britannien im fünften Jahrhundert verlassen hatten drangen zahlreiche germanische Sippen ins Land ein und ließen sich in England nieder. Sie brachten eine Sprache mit, welche die Basis des modernen Englisch formte. Das römische Alphabet, das heute im Gebrauch ist wurde erst eingeführt als der christliche Missionar Augustin von Canterbury 597 n. Chr. ankam.
    Augustins Missionare benützten das römische Alphabet um die Sprache, die sie hörten, aufzuschreiben. Doch das Alphabet hatte nur 23 Buchstaben – und es gab ungefähr 35 Laute. Die Christen liehen sich einige Runen Buchstaben aus, um die Laute zu beschreiben, so zum Beispiel „ð“ das man heute immer noch im Isländischen findet. Doch die unausweichliche Zusammenstellung von römischen Buchstaben führte zu zahlreichen Ungereimtheiten. Damit begannen die Schwierigkeiten mit der englischen Rechtschreibung…

    Normannen

    Als die Wikinger im 8. Jahrhundert England eroberten war es eher wahrscheinlich dass sie verstanden was die Angelsachsen sagten. Denn die germanischen Sprachen – dazu gehört auch jene der Wikinger – waren damals näher mit der englischen verwandt als sie es heute noch sind. Doch die Normannen, die im Jahre 1066 eindrangen sprachen Französisch. Und hatten keinerlei Lust, Englisch zu lernen. Über die nächsten zwei Jahrhunderte war Französisch die Sprache der englischen Aristokratie, der Regierung und der Rechtsprechung. Viele Aristokraten bemühten sich gar nicht, Englisch zu lernen. Warum sollten sie auch? Doch das Volk sprach weiterhin Englisch.
    Als die Normannen die Normandie verloren und … mmh … englisch wurden wechselten sie zur englischen Sprache über, der Sprache des Landes, das sie nun beherrschten. Doch Englisch war seit über 200 Jahren kaum geschrieben worden; alle offiziellen Texte waren auf französisch verfasst worden und alle Dokumente in Zusammenhang mit Universitäten und Kirche wurden lateinisch geschrieben. Die Kopisten versuchten also, aufzuschreiben was sie hörten und waren dabei ziemlich inkonstant.
    Sie brachten die französische Rechtschreibung in die englischen Wörter ein. Damit wurde aus „cwen” „queen”, aus „cirice” wurde „church“ und das „c“ wurde anstatt des „s“ in Wörtern wie „cell” und „circle”. Sie hatten auch Mühe mit der handschriftlichen Wiedergabe der Buchstaben „u“, „v“, „n“ und „m“, die alle sehr ähnlich aussahen. Und sie ersetzten das „u“ durch ein „o“ in den Wörtern wie “done” und “come”.
    Zur selben Zeit wurden tausende französische und lateinische Wörter in die englische Sprache eingebracht. Die Kopisten behielten die ursprüngliche französische Schreibweise für einige Wörter (table, double, centre) änderten jedoch die Schreibweise einiger anderer
    (z.B. beef, battle, government, mountain) um die englische Aussprache der Wörter wiederzugeben. Für die englische Rechtschreibung war das eine wilde Zeit. Das Konzept der „richtigen“ Schreibweise gab es noch nicht wirklich und viele Leute sprachen die Wörter außerdem gemäß ihrem lokalen Dialekt aus.

    Die Druckerpresse

    Als William Caxton 1497 die Druckerpresse nach England brachte wurden die englische und französische Sprache ausgiebig und wahrhaft miteinander vermischt. Zum Beschreiben der Konzepte, die in der Renaissance gültig waren füllte sich die englische Sprache mit neuen fremden Wörtern auf, denn die Menschen entdeckten die klassischen Texte neu und wurden offen für neue Ideen, für welche es im Englischen keine Wörter gab. Im Gegensatz zu vielen Sprachen übernahm die englische unbeschwert Wörter aus anderen Sprachen, oftmals sogar ohne zu versuchen, sie offiziell zu anglisieren.
    Die unregelmäßige Schreibweise war ein Problem für die Drucker, die nach Beständigkeit strebten, sich gleichzeitig jedoch eine möglichst große Anzahl Leser sicherstellen wollten. Und welcher Dialekt sollte die Basis für das geschriebene Englisch werden? Sie entschieden sich für das Londoner Englisch von Chaucer, dessen Geschichten über Canterbury das erste gedruckte Buch in England war. Auf der British Library Webseite gibt es ein digitalisiertes Exemplar davon.
    Die Einführung des Druckprozesses brachte die Idee einer korrekten Rechtschreibung mit sich. Doch damit kamen ebenfalls einige neue Schwierigkeiten für die englische Schreibweise auf. Weil viele Drucker Holländer waren benützten sie die holländische Rechtschreibung für Wörter wie „ghost”, „aghast”, „ghastly” und „gherkin”, die heute noch ihr stummes „h“ aufweisen. Andere Wörter wie ghospel, ghossip und ghizzard haben ihr holländisches „h“ im Laufe der Jahre verloren. Außerdem war Caxtons Timing für die nachfolgenden Generationen von Englisch Sprechenden eher unglücklich…

    Die große Verschiebung der Vokale

    Die Druckpresse gab der englischen Sprache den Anstoß zur Vereinheitlichung. Die englische Aussprache andrerseits war alles andere als stabil und das Jahrhundert nach der Einführung der Druckpresse sah bedeutende Änderungen in der Art und Weise, wie Englisch gesprochen wurde. So wurden zum Beispiel bei Erscheinen der Druckerpresse Wörter wie „he”, „she”, „knee”, „name”, „fine” und „be” gemäß der schriftlichen Form ausgesprochen. Ungefähr so wie ein Deutscher heute diese Wörter aussprechen würde. Doch im darauffolgenden Jahrhundert glich die Aussprache immer mehr jener, die heute von den Engländern angewandt wird. Niemand weiß genau warum. Die neue Aussprache hatte hingegen keinen Einfluss auf die Schreibweise. Zu diesem Zeitpunkt enthielt die englische Sprache viele ungewöhnliche Arten der Aussprache und stumme Buchstaben. Und die Situation wurde auch nicht besser durch…
    Die Wissenschaftler
    Englisch ist unter den weltweit gesprochenen wichtigsten Sprachen einzigartig weil es keine Akademie besitzt, die aufzeigt wie die Sprache sich entwickeln sollte. Die Académie française, zum Beispiel scheint heute die meiste Zeit aufzuwenden, englische Wörter aus der französischen Sprache herauszuhalten.Das ist wirklich witzig wenn man bedenkt, wie viele englische Wörter aus der anderen Richtung kamen… Das Fehlen einer offiziellen Akademie ist zweifellos einer der Gründe für die Komplexität der englischen Rechtschreibung.
    Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert brachten viele Wissenschaftler neue Ideen zur Verbesserung der englischen Sprache ein. Einer unter ihnen schlug vor, die Aussprache einiger Wörter auf die klassischen Wurzeln eben dieser Wörter zurückzuführen. So wurde zum Beispiel dem Wort „debt“ ein „b“ zugeführt um dessen Verbindung mit dem lateinischen „debitum“ nachzuweisen. Bis einher wurde das Wort als „dette” geschrieben und ausgesprochen. Ein „b“ wurde auch in “doubt” (von “dubitare”) eingefügt. „Rime“ wurde zu „rhyme“ (nach dem griechischen „rhythmus“), und so weiter. Diese Buchstaben wurden auf Englisch nie ausgesprochen. Doch die Wissenschaftler lagen nicht immer richtig. So wurde zum Beispiel das „s“ in „island“ eingefügt weil sie glaubten, das Wort stamme vom lateinischen „insula“ ab – während es im Gegenteil ein sehr altes englisches Wort ist. Zur selben Zeit wurden unlogische Änderungen in anderen Bereichen der englischen Rechtschreibung vorgenommen. Das „ght“ in “night“ und „light“ wurde ausgedehnt auf „delight“ und „tight“ – jedoch nicht auf „spite” and „ignite”, zum Beispiel.
    Die Wissenschaftler versuchten, aus Englisch eine ordentlichere Sprache zu machen. Doch schlussendlich wurde sie eher noch chaotischer.

    Das US des A

    Die moderne amerikanische Rechtschreibung unterscheidet sich von der britischen. Dies verdankt man hauptsächlich Noah Webster, dessen Namen Sie vielleicht auf dem Umschlag der amerikanischen Wörterbücher erkennen. In seinem ersten, 1828 erschienenen amerikanischen Wörterbuch listete er Wörter wie „color”, „honor” and „favor”, auf, die alle im britischen Englisch ein „u“ enthalten.
    Das war ein Versuch, den französischen Einfluss auf die englische Sprache auszurotten! Heute bringt es einfach ein bisschen mehr Verwirrung für die Lerner. Warum unternimmt Niemand etwas für die englische Rechtschreibung? Nun, hauptsächlich weil man sich über das Vorgehen nicht einigen kann.
    Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele Verfechter einer Rechtschreibereform. Die berühmtesten unter ihnen waren Bernard Shaw und Teddy Roosevelt. Doch das Thema ist seit Jahrzehnten nicht mehr an der Tagesordnung und wird in nächster Zeit auch kaum wieder auftauchen.
    Heute schaut ja die automatische Rechtschreibekorrektur zu uns.

    Von Alex Hammond, 2011
     
  15. Damion

    Damion Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    2. Dezember 2015
    upload_2019-2-25_8-33-50.png

    Im Erd-Schwein Jahr werden unsere Lebensfreude und unsere soziale Ader geweckt

    Am 5. Februar 2019 wechseln wir in das chinesische Jahr des glücklichen und vergnüglichen Erd-Schweins bis zum 24. Januar 2020. Ein Schwein; das bringt Glück, Reichtum und Zufriedenheit mit sich.

    Besonders gern genießt das Schwein gutes Essen. Alles wird geteilt!

    Finanzieller Erfolg kann sich auch einstellen, denn schließlich ist es das Jahr des "glückbringenden Schweins". Im Jahr des Erd-Schweins geht es aber noch vielmehr um den Zusammenhalt in der Gemeinschaft, Teamgeist und fröhliches Zusammensein. Das Erd-Schwein ist übrigens das vernünftigste Schwein. Es lässt sich nicht so schnell in Rage bringen und ist sehr verlässlich.

    Ein treuer Freund
    Bedanken wird sich das Schwein sehr wahrscheinlich mit viel Fröhlichkeit, einem offenen Herzen und Verständnis. Freundschaft ist dem Schwein wichtig und so werden Sie in diesem Jahr wohl auch die Möglichkeit bekommen, mit einem Schwein gute Gespräche zu führen und neue Freundschaften zu schließen. Das Schwein wird Ihnen zeigen, wie wichtig Freundschaft und Fürsorge ist. Begegnet Ihnen ein im Jahr des Schwein-Geborener, haben Sie einen treuen Freund an Ihrer Seite. Sind Sie gar selbst im Jahr des Schweins geboren, dann dürfte dieses ein wundervolles fröhliches Jahr für Sie werden
     
  16. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

    Registriert seit:
    15. Juli 2015
    So weit ich weiß bin ich im Jahr des Drachen geboren, so genau kenn ich mich in Chinesischen Sternzeichen nicht aus.
    Aber ich freu mich auf das wundervolle fröhliche Jahr.;)
     
  17. Damion

    Damion Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    2. Dezember 2015
    upload_2019-2-25_18-57-57.png
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Februar 2019
  18. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

    Registriert seit:
    15. Juli 2015
    Wenn im Forum nix los ist, suche ich mir eine andere Unterhaltung.
    Selber schuld.:p
     
  19. Damion

    Damion Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    2. Dezember 2015
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    Winkekatzen bringen Glück – Die Bedeutung der Maneki Neko
    Häufig sieht man sie in den Schaufenstern asiatischer Geschäfte: Die Maneki Neko, auch bekannt als Winkekatze. In Deutschland ist sie zu einem beliebten Dekorationselement geworden, allerdings kennen die wenigsten den Hintergrund des Glücksbringers, der sowohl in der japanischen als auch in der chinesischen Kultur vorkommt.
    Grausame Legenden
    Es gibt verschiedene Geschichten, die den Ursprung der Maneki Neko beschreiben. Eine davon ist die eines reichen Mannes, der während eines Sturmes Schutz unter einem Baum suchte. Eine Katze winkte ihm zu und lud ihn in einen Tempel ein. Kurz darauf schlug ein Blitz in den Baum ein, unter dem der Mann Schutz gesucht hatte. Er war so dankbar, dass er dem Tempel viel Geld spendete und so Wohlstand brachte. Eine weitere (blutigere) Legende besagt, dass eine Geisha einen Stubentiger besaß. Eines Tages krallte sich die Fellnase an dem Kleid ihrer Besitzerin fest, weshalb der Hausherr sie für besessen hielt und ihr den Kopf abschlug. Der fliegende Kopf des Vierbeiners landete auf einer Schlange, die kurz davor war, die Geisha anzugreifen. Damit rettete auch in dieser Geschichte eine Katze einem Menschen das Leben.

    Verschiedene Aufgaben
    Maneki Neko heißt aus dem Japanischen übersetzt „herbeiwinkende oder einladende Katze“. Sie hebt ihren Arm also nicht zum Abschied, sondern zur Begrüßung, um jemanden willkommen zu heißen. Doch nicht jede Figur erfüllt den gleichen Zweck. Zum einen ist wichtig, welche der beiden Vorderpfoten nach oben zeigt: Die rechte winkt Wohlstand und Geld herein, die linke lockt Kunden an. Sind beide Hände erhoben, soll das zusätzlich Schutz bringen. Daneben spielen auch die Farben des Fells eine bemerkenswerte Rolle:

    Gold ist die klassische Farbe für Geld und Wohlstand
    Weiß steht für Frohsinn, Reinheit und positive Dinge
    Gefleckt ist eine traditionelle Farbvariante, die am meisten Glück bringen soll
    Schwarz hält böse Geister fern
    Grün bringt Gesundheit
    Rot oder Rosa versprechen Erfolg in der Liebe und der Freundschaft​

    Zusätzlich gibt es verschiedene Varianten, in welchen die Katze unterschiedliche Gegenstände trägt. Rote Halsbänder mit Glöckchen sind darauf zurückzuführen, dass sie häufig den Stubentigern zur Zierde umgelegt wurden. Die Münze steht für eine alte Währung und bedeutet Reichtum, ebenso wie ein Hammer. Hält die Maneki Neko einen Fisch, verstärkt dies das Glück, das die Katze ihrem Besitzer bringt
     
  20. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

    Registriert seit:
    15. Juli 2015

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