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Gedichte,Limeriks und sonstiges

Rondulus 1

Eine Frau schimpft ganz toll ihren Manne,
du frönst nur noch dem Alkohol,
der lachte nur und gab sich die Kanne
da ging sie ...weil sie hatte die Nase voll

(Rondulus 1)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

MissBarnaby

Erforscher von Wundern
Sende uns Engel

Sende uns Engel, dass sie uns behüten,
dass sie uns beistehn auf unseren Wegen.
Ein starker Engel sei an deiner Seite
wenn du bedroht wirst, stehe er dir bei.
In Gottes Kraft, so mög´er für uns streiten,
von bösen Mächten mache er uns frei.
Ein leiser Engel soll den Blick dir weiten
das Ohr dir auftun und ans Herz dich rühr`n.

Er kommt als Bote, sanft will er uns leiten,
dass wir die Weisung Gottes in uns spür`n.
Ein guter Engel möge dich begleiten,
in Gottes Namen und von ihm gesandt.
So wird er über uns die Flügel breiten,
wenn wir ihn bitten, nimmt er unsre Hand.
Ein lichter Engel soll die Dunkelheiten,
die dich bedrängen, wandeln in das Licht.
Er mach` uns heil und führ`uns durch die Zeiten,
bis wir dann schauen Gotte Angesicht.
Sende uns Engel, dass sie und behüten,
dass sie uns beistehn auf unsren Wegen.

(Lothar Zenetti)
 

Rondulus 1

Die Natur malt uns Bilder unendlicher Schönheit,
Tag für Tag, wenn wir nur Augen haben, sie zu sehen

(John Ruskin)
 

MissBarnaby

Erforscher von Wundern
Dank

Ich danke für mein Leben,
andere verrecken, während ich lebe.
Ich danke, dass ich atmen kann,
andere röcheln unter Sauerstoffmasken.
Ich danke, dass ich gesund bin,
andere siechen dahin, da mir`s gut geht.
Ich danke, dass ich zu essen habe,
so viele schreien nach Brot.
Ich danke, dass ich in Frieden lebe,
so viele kennen nur den Krieg.
Ich danke, dass der Glaube mir Halt gibt,
so viele wissen nicht, was das ist: glauben.
Ich danke und frage doch beunruhigt,
warum die andern, nicht ich, das Kreuz tragen.

(Lothar Zenetti)
 

Tiboria

Forum Moderator
Elvenar Team
Die Meerjungfrau

Ihr Muschelhäuschen, klein und bunt,
steht glitzernd auf dem Meeresgrund.
Ihr Blumengarten ist das Riff,
der Spielplatz das Piratenschiff.

Sobald die kleine Nixe singt,
wird sie von Fischen gleich umringt
und wo sie spricht, im Schlaf und Traum,
entsteht ein Blubberblasenschaum.

Es glänzt ihr Haar im Mondenschein
als fiel ein goldner Stern hinein
und ihre Tränen in der Nacht
verwandeln sich in Perlenpracht.

Von Reinhold Haselberger (2005)

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barina

Kluger Baumeister
was glitzert noch im weiten meer?
der fische leichen rings umher.
korallenfarbe wird ersetzt
von plastik, das sich nicht zersetzt.
mags auch keiner mehr je seh'n,
wir hinterlassen bunt und schön!

sorry tiboria, ich konnt' ned anders :)
 

Sanjara

Schüler der Kundschafter
Weiss nicht ob es hier passt, aber mir hilfts manchmal wenn ich einen Berg von Aufgaben vor mir hab - und das Gefühl, dass ich es nicht schaffe:

Beppo StrassenkehrerAus dem Buch "Momo" von Michael Ende..

"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man."

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."

Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:"Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: "Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste."

Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: "Das ist wichtig."
 

MissBarnaby

Erforscher von Wundern
Froh sei die Zukunft die deiner wartet, glücklich der Weg den du gehst.

(Das schrieb mir meine Uroma im Oktober 1982 in mein Stammbuch und ich weiß, dass sie immer darauf achtet, dass dieser Spruch sich bewahrheitet.)
 

Alidona

Inspirierender Mediator
Etwas zum Schmunzeln:

Das Nicht-Meerschwein

Ein Meerschwein wollt’ ich niemals haben
Wollt’ Katzen, Hunde, Mäuse, Raben.
Hamsterbacken mocht’ ich nie
Auch kein Meerschwein auf dem Knie.

Hatt’ ich nicht, und kann nichts sagen:
Will man mich nun deshalb verklagen?
Zum Schlachten ist das Schwein zu klein
Wär es mehr Schwein, dann säh’ ich’s ein.

Würde ich es dann essen wollen?
Weiß ich nicht: Hätte ich sollen?
Woher kommt es: Aus dem Meer?
Dann wär’s doch nass, oh bitte sehr!

Kann mir denn nun jemand sagen:
Weshalb der Name, will ich fragen.
Doch will ich es auch wirklich wissen?
Huch: Ein Meerschwein ist in meinem Kissen.

Wo kommt denn das auf einmal her?
Es quietscht und fiept, owei o Meer.
Du Schwein, du Schwarzes, schreie ich:
Du bist ein Nicht-Meerschwein für mich.


:) :) :) :) :) :)
 

MissBarnaby

Erforscher von Wundern
Die größte Überraschung,
die uns der Reichtum bietet,
ist die Erkenntnis
von vielen Schönheiten des Lebens,
die man ohne ihn haben kann.
(Jo Hanns Rösler)
 

Alidona

Inspirierender Mediator
Wer erinnert sich an Deepwater Horizon?
Anbei ein Gedicht, das diesem Unglück gewidmet ist:

Olio dante

Soeben noch das Meer so blau
Silbern Fischleib schimmert
Sehe nur noch Grau in Grau
Ölgebadet Robben wimmern

Strändlich die Touristen lungern
Voll Sonnenöl der Körper glänzt
Arme Fischer müssen hungern
BP-Riesen sind indessen ölumkränzt

In Salatschüsseln Öllach‘ schwimmt
Und Benziner rasen Straßen unbeirrt
Küstlich Fisch sich schmerzlich krümmt
Vogelkleid in schwarzem Öle sich verwirrt.

In Fischerhütten Tränen fließen
Da kein Fisch sei weit und breit
Noch immer tat sich Öl ergießen
Und wir hüllen uns in Seidenkleid

Ölressourcen weltlich schwinden
Während Länder bohren, bohren
Tat’s manch Weiser lange künden
Da hatte die Welt gern taube Ohren.

Die Wüsten sind längst ausgereizt
Meere blieben besser wohl verschont
Ölreserven werden sinnlos verheizt
Während im Wasser Erdentod wohnt.

Menschheit, wie lange wollt Ihr leben?
Noch heute, morgen, und dann Schluss?
Erdenherz sendet uns indes durch Beben
Längst schon seinen Abschiedsgruß.

© Sina Katzlach
 

MissBarnaby

Erforscher von Wundern
Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen,
als nach seinen Worten;
denn viele handeln schlecht
und sprechen doch vortrefflich.
(M. Claudius)
 

MissBarnaby

Erforscher von Wundern
Wann fängt Weihnachten an?

Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute bei dem Stummen verweilt
und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn das Leise laut wird und das Laute still,
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht
Geborgenheit helles Leben verspricht,
und du zögerst nicht, sondern gehst darauf zu,
dann, ja dann fängt Weihnachten an!
 
Himmel und Sterne

Sternhimmel.jpg


Klar ist der Abendhimmel,
Hell die weit entfernten Sterne,
So hell wie das Kinderglück.
Oh, warum kann ich nicht auch denken:
Sterne, ihr seid so hell wie mein Glück!

"Warum bist Du unglücklich"! -
Fragen mich die Leute.
Ich bin deshalb unglücklich,
Gute Leute, weil die Sterne und der Himmel -
Sterne und Himmel sind! - aber ich nur ein Mensch!...

Die Menschen hegen
Neid gegen einander:
Ich aber dagegen,
Beneide nur die wundervollen Sterne,
Und wünschte nur, an ihrer Stelle zu sein.

Michail Jurjewitsch Lermontow 1814 †1841
 

MissBarnaby

Erforscher von Wundern
Am 4. Dezember

Geh in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.

Doch in drei Wochen, da wird es geschehn:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, einen Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir.

Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der Heiligen Nacht.

Josef Guggenmos
 

Alidona

Inspirierender Mediator
Es ist zwar noch nicht ganz soweit, aber trotzdem:

In einer Nacht in alter Zeit

in einer Nacht in alter Zeit
ein Paar, das war so voller Leid
Es wanderte durch eine Stadt
die für die zwei kein Obdach hat

In einem Stall, wie es geschah
dass Maria dann ein Kind gebar
Der Tränen schwer, das Herz voll Not
In kaltem Winter und kein Brot

Die Welt jedoch ein Wunder sah
der Hirtenschar ein Engel sprach
das dieses Kind ein Heilger sei
als junger Mann das Brot er brach

Die Liebe teilte er mit aller Welt
doch war es um ihn schlecht bestellt
Im Tuch der Armut einst geboren
gab das Leben ihn schon bald verloren

Verrat und Hass wurd ihm beschert
und eines Tages er ganz vergessen werd
Er, der voller Liebe, voller Gnade war
den einst eine junge, arme Frau gebar

In heutiger Zeit will niemand wissen
welches Kind lag nackt in Strohkissen
das Halleluja ist nicht mehr bekannt
Und Jesus wird kaum noch genannt

Sein Blut, das er für uns vergoss
weil er die Römer sehr verdross
umsonst er es für uns gegeben hat
denn die Welt ist viel zu satt.

Hier sei mein Wunsch für diese Nacht:
dass in einem Herz noch wahre Liebe lacht
die heiligen Sternenglanz der Welt beschert
denn das Christuskind: Das ist es wert!

© Sina Katzlach