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Gedichte,Limeriks und sonstiges

Dieses Thema im Forum "Die gute Stube" wurde erstellt von bloedelfeld, 18. September 2016.

  1. Crisu vom Walde

    Crisu vom Walde Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    9. November 2016
    Haare pink hoch auftoupiert,
    Pickel hautcremeüberschmiert,
    Lippen wulstig aufgespritzt,
    Drachen in die Haut geritzt,
    Busen künstlich aufgebläht,
    Falten hinterm Ohr vernäht.
    „Hi“, sprach sie, „bin bisschen spät,
    heiße Mia, bin dein Date.“

    Da stand ich nun mit roten Rosen,
    mit Bügelfalten in den Hosen,
    schockstarrend auf das Kunstpaket,
    nur hoffend, dass es wieder geht.

    Der Übelkeit so lang getrotzt,
    hab ich ins Unterholz gekotzt.​
    (Wilfried Flau; *1948)
     
  2. AEOLUNIA

    AEOLUNIA Blüte

    Registriert seit:
    31. Mai 2016
  3. Crisu vom Walde

    Crisu vom Walde Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    9. November 2016
    Das Meer ist angefüllt mit Wasser
    und unten ist's besonders tief,
    am Strande dieses Meeres saß er,
    d. h. er lag, weil er ja schlief.
    Und nun nochmal: Am Meere saß er,
    d. h. er lag, weil er ja schlief,
    und in dem Meer war sehr viel Wasser
    und unten war's besonders tief.
    Da plötzlich teilten sich die Fluten
    und eine Jungfrau kam herfür,
    auf einer Flöte tat sie tuten,
    das war kein schöner Zug von ihr.
    Dem Fischer ging ihr Lied zu Herzen,
    obwohl sie falsche Töne pfoff---
    man sah ihn in das Wasser stürzen,
    dann ging er unter und ersoff.​
    (Heinz Erhardt; *1909 †1979)
     
  4. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Das geteilte Weihnachten

    Zu Weihnachten bekommt jeder Christ Geschenke,
    ob man es glaubt oder auch nur dran denke.

    Doch wer bringt die Päckchen in jedes Haus?
    Ist es das Christkind oder Santa Klaus?

    Hier im Norden hört man „Ho Ho Ho“
    vom Weihnachtsmann ganz froh.

    Er beamt sich ins beste Zimmer hinein
    Und bringt Geschenke für Groß und Klein

    Derweil warten seine Rentiere auf dem Dach,
    sind unsichtbar und machen keinen Krach.

    Mancher möchte Ihm gerne winken,
    doch nur wer Gut ist, sieht Rudis Nase blinken.

    Weiter im Süden fliegt das Christkind,
    mit Engelein an geschwind.

    Sie kommen durchs Schlüsselloch hinein,
    wenn sie wieder weg sind, hört man ein Glöckelein.

    Dann rufen die Kinder: „Das Christkind war da!“
    Jeder freut sich, denn es ist Weihnachten, ist doch klar.

    Unter dem Tannenbaum werden viele Lieder gesungen
    und bei dem einen oder anderen das Tanzbein geschwungen.

    Es wird geherzt und gelacht
    weil ja schenken Freude macht.

    Alle Kinder packen ihre Geschenke aus ganz schnell
    auch der Peter und die Isabell.

    Egal ob man wohnt im Norden oder Süden,
    Weihnachten ist schön, sonst würd´ man lügen.

    Selbstverzapft von OlliSven
     
  5. Crisu vom Walde

    Crisu vom Walde Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    9. November 2016
    Sie nahm ihn in den Mund,
    ihre Wangen wurden rund,
    sie blies immer schneller,
    ihre Augen wurden heller,
    dann gab es einen Knall,
    Kaugummi klebte überall.​
     
  6. Crisu vom Walde

    Crisu vom Walde Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    9. November 2016
    Das Weihnachtsfest
    Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte
    ein milder Stern herniederlacht;
    vom Tannenwalde steigen Düfte
    und kerzenhelle wird die Nacht.

    Mir ist das Herz so froh erschrocken,
    das ist die liebe Weihnachtszeit!
    Ich höre fernher Kirchenglocken,
    in märchenstiller Herrlichkeit.

    Ein frommer Zauber hält mich nieder,
    anbetend, staunend muß ich stehn,
    es sinkt auf meine Augenlider,
    ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.
    (Theodor Storm; *1817 †1888)
     
  7. Crisu vom Walde

    Crisu vom Walde Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    9. November 2016
    Der Auerhahn, der Auerhahn,
    er schaut mich ganz schön sauer an.
    Mich stört es nicht, weil ich jetzt penne,
    und zwar auf seiner Auerhenne
    :D
     
  8. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Zum Neujahr

    Bald, so wird es zwölfe schlagen.
    Prost Neujahr! wird mancher sagen;
    Aber mancher ohne Rrren!
    Denn es gibt vergnügte Herren.
    Auch ich selbst, auf meinen Wunsch,
    Mache mir ein wenig Punsch. -

    Wie ich nun allhier so sitze
    Bei des Ofens milder Hitze,
    Angetan den Rock der Ruhe
    Und die schönverzierten Schuhe,
    Und entlocke meiner Pfeife
    Langgedehnte Wolkenstreife,
    Da spricht mancher wohl entschieden:
    Dieser Mensch ist recht zufrieden!
    Leider muss ich, dementgegen,
    Schüttelnd meinen Kopf bewegen. -
    Schweigend lüfte ich das Glas.
    (Ach, wie schön bekömmt mir das!) -

    Sonsten wie erfreulich war es,
    Wenn man so am Schluss des Jahres
    Oder in des Jahres Mitten
    Zum bewussten Schrein geschritten
    Und in süßem Traum verloren,
    Emsig den Kupon geschoren!
    Aber itzo auf die Schere
    Sickert eine Trauerzähre,
    Währenddem der Unterkiefer
    Tiefer sinkt und immer tiefer. -
    Traurig leere ich das Glas
    (Ach, wie schön bekömmt mir das!) -

    Henriette, dieser Name
    Füllt mich auch mit tiefem Grame:
    Die ich einst in leichten Stoffen
    Herzbeklemmend angetroffen
    Nachts auf dem Kasinoballe,
    Sie, die später auf dem Walle
    Beim Ziewiet der Philomele
    Meine unruhvolle Seele
    Hoch beglückt und tief beseligt,
    Sie ist anderweit verehlicht,
    Ist im Standesamtsregister
    Aufnotieret als Frau Pfister,
    Und es wird davon gesprochen,
    Nächstens käme sie in Wochen. -
    Grollend lüfte ich das Glas.
    (Ach, wie schön bekömmt mir das!) -

    Ganz besonders und vorzüglich
    Macht es mich so mißvergnüglich,
    Dass es mal nicht zu vermeiden,
    Von hienieden abzuscheiden,
    Dass die Denkungskraft entschwindet,
    Dass man sich so tot befindet,
    Und es sprechen dann die Braven:
    Siehe da, er ist entschiafen.
    Und sie ziehn gelind und lose
    Aus der Weste oder Hose
    Den geheimen Bund der Schlüssel,
    Und man rührt sich auch kein bissel,
    Sondern ist, obschon vorhanden,
    Friedlich lächelnd einverstanden. -
    Schaudernd leere ich das Glas.
    (Ach, wie schön bekömmt mir das!) -

    Wo wird dann die Seele weilen?
    Muss sie sich in Duft zerteilen?
    Oder wird das alte Streben,
    Hübsche Dinge zu erleben,
    Sich in neue Form ergießen,
    Um zu lieben, zu genießen,
    Oder in Behindrungsfällen
    Sehr zu knurren und zu bellen?
    Kann man, frag' ich angstbeklommen,
    Da denn gar nicht hinterkommen?
    Kommt, o kommt herbeigezogen,
    Ihr verehrten Theologen,
    Die ihr längst die ew'ge Sonne
    Treu verspundet in der Tonne.
    Überschüttet mich mit Klarheit! -
    Doch vor allem hoff' ich Wahrheit
    Von dem hohen Philosophen;
    Denn nur er, beim warmen Ofen,
    Als der Pfiffigste von allen,
    Fängt das Licht in Mäusefallen. -
    Prost Neujahr! Und noch ein Glas!
    (Ei, wie schön bekömmt mir das!) -

    Uh, mir wird so wohl und helle!
    Himmel, Sterne, Meereswelle,
    Weiße Möwen, goldne Schiffe;
    Selig schwanken die Be-jiffe,
    Und ich tauche in das Bette
    Mit dem Seufzer: Hen-i-jette!

    Wilhelm Busch
     
  9. Crisu vom Walde

    Crisu vom Walde Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    9. November 2016
    Mein lieber Toni Marshall,
    ich mach mir jetzt an Gag.
    Ich lass von Deinem Nachnamen
    den ersten Buchstab'n weg
     
  10. Crisu vom Walde

    Crisu vom Walde Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    9. November 2016
    [Kategorie "Sonstiges"] (laut Themen Titel)

    Wie ärgert man einen Magenwind ?
    *Ganz einfach*
    Man hält sich ein Nudelsieb hinten dran
    dann weiß der Wind nicht bei welchem Loch er entweichen soll

    :oops::p:oops:
     
  11. Ean Manar

    Ean Manar Saisonale Gestalt

    Registriert seit:
    4. Januar 2017
    Im Park

    Ein ganz kleines Reh stand
    an einem ganz kleinen Baum
    still und verklärt wie im Traum.
    Das war des nachts um elf Uhr zwei
    und dann kam ich um vier
    morgens wieder vorbei
    und da träumte noch immer das Tier.
    Nun schlich ich mich leise -ich atmete kaum-
    gegen den Wind an den Baum,
    und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips

    und da war es aus Gips.


    (Joachim Ringelnatz)
     
  12. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Gips ? Reh ? Ähm- Regips
     
  13. Ean Manar

    Ean Manar Saisonale Gestalt

    Registriert seit:
    4. Januar 2017
  14. Amorya

    Amorya Bekannter Händler

    Registriert seit:
    28. Mai 2015

    LEBEN lernen ...

    Von der Sonne lernen, zu wärmen
    Von den Wolken lernen, leicht zu schweben
    Vom Wind Anstöße zu geben
    Von den Bäumen standhaft zu sein


    Von den Blumen das Leuchten lernen
    Von den Steinen das Bleiben.
    Von den Büschen im Frühling Erneuerung lernen
    Von den Blättern im Herbst das Fallenlassen
    Vom Sturm die Leidenschaft lernen.


    Vom Regen lernen, sich zu verströmen
    Von der Erde mütterlich zu sein
    Vom Mond sich zu verändern,
    Von den Sternen lernen, einer von vielen zu sein



    Von den Jahreszeiten lernen,
    dass das Leben immer von neuem beginnt.


    *Ute Latendorf*
     
  15. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    :) Wow. Es stimmt also immer noch:
    Deutschland ist ein Land der Dichter und Denker. :)
     
  16. Ean Manar

    Ean Manar Saisonale Gestalt

    Registriert seit:
    4. Januar 2017
    Unter Aufsicht
    Ein Mensch, der recht sich überlegt,
    Daß Gott ihn anschaut unentwegt,
    Fühlt mit der Zeit in Herz und Magen
    Ein ausgesprochnes Unbehagen
    Und bittet schließlich Ihn voll Grauen,
    Nur fünf Minuten wegzuschauen.
    Er wolle unbewacht, allein
    Inzwischen brav und artig sein.
    Doch Gott, davon nicht überzeugt,
    Ihn ewig unbeirrt beäugt.

    (Eugen Roth)
     
  17. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    :):) Sehr schön.
     
  18. Awatea

    Awatea Saisonale Gestalt

    Registriert seit:
    5. November 2016
    Wenn auch die Worte geschrieben sind:
    "Nicht pflückt die Blüten, sind lebend Wesen!"
    Die Zeilen vermögen nichts wider den Wind,
    denn der Wind kann nicht lesen.
     
  19. werwulf

    werwulf Pflänzchen

    Registriert seit:
    20. Januar 2017
    Lebensregeln
    Das Leben gern zu leben,
    musst du darüber stehn!
    Drum lerne dich erheben!
    Drum lerne - abwärts sehn!

    Den edelsten der Triebe
    veredle mit Bedachtung:
    zu jedem Kilo Liebe
    nimm ein Gran Selbstverachtung!

    Friedrich Nietzsche
     
  20. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Ach was muste ich mich in der Schule plagen
    mit Gedichten und Sagen.

    Auch der Friedrich Nietzsche kam drin vor
    meistens im Winter, wenn mich fror.
     

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