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Gedichte,Limeriks und sonstiges

Llenlleawg ap Nudd

Saisonale Gestalt
Und ich dachte, die Forensprache hier wäre deutsch ;)
Ich übertrag es nachher ins Hochdeutsche, wenn die Sonne nicht mehr so blendet. Ich seh grad kaum wat.
Forensprache ist deutsch, aber es steht ja nirgendwo, dass es "Hochdeutsch" sein muss, was ja,
linguistisch korrekt, Hochmitteldeutsch heißen müsste, weil unsere Standardsprache letztlich
auf die Luther'sche Bibelübersetzung zurückgeht - und somit auf Thüringisch.
 
Zuletzt bearbeitet:

Angren

Saisonale Gestalt
Es ist ein Irrtum zu glauben, die entscheidenden Momente eines Lebens, in denen sich seine gewohnte Richtung für immer ändert, müssten von lauter und greller Dramatik sein, unterspült von heftigen inneren Aufwallungen. In Wahrheit ist die Dramatik einer lebensbestimmenden Erfahrung oft von unglaublich leiser Art. Sie ist dem Knall, der Stichflamme, und dem Vulkanausbruch so wenig verwandt, dass die Erfahrung im Augenblick, wo sie gemacht wird, oft gar nicht bemerkt wird. Wenn sich eine revolutionäre Wirkung entfaltet und dafür sorgt, dass ein Leben in ein ganz neues Licht getaucht wird und eine vollkommen neue Melodie bekommt, so tut sie das lautlos, und in dieser wundervollen Lautlosigkeit liegt ihr besonderer Adel.

Pascal Mercier
 

Alidona

Nachkommen Hoher Wesen
Selbst meine Liebesgedichte haben eine schwarze deprimierende Note :)
Das folgende Gedicht schrieb ich zu Beginn einer neuen "Beziehung"

Tausend Fragen

Wie soll es weiter geh’n?
Die bange Frage quält mein Herz,
versuch mich bitte zu versteh’n,
ist’s Liebe oder nur ein Scherz?
Wie wird es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Wird wahre Liebe uns umschlingen
und uns auf Ewigkeit vereinen?
Wird sie am Morgen schon verklingen?
Werden wir lachen oder weinen?
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Wird uns’re Liebe stark genug?
Ist’s Freundschaft nur oder gar Trieb?
Ist’s ehrlich oder Selbstbetrug?
Hast du mich gern? Hast du mich lieb?
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Wirst du mich lieben ganz und gar?
Ich dich allzeit auf Händen tragen?
Wirst du und ich ein Liebespaar?
Werden wir jauchtsen oder klagen?
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Ist, was wir fühlen heisses Fegefeuer?
Oder nur ein’s aus trocknem Stroh?
Bin ich dir wert? Bist du mir teuer?
Werden wir traurig oder froh?
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Hast du mich Heute schon vergessen?
Bin ich dir Morgen einerlei?
Ist meine Liebe zu vermessen?
Ich liebe dich, wie dem auch sei!
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Tausend Fragen quäl’n mein Herz,
versuch mich bitte, bitte zu versteh’n,
ist es Liebe oder nur ein Scherz?
Lass uns ein wenig weiter geh’n?
So wunderschön, @Jirutsu

Wenn ein Poet so lieben könnte, wie er schreibt, so tiefgründig, so nach Ewigkeit heischend: Dann bekäme Liebe den Sinn, den sie verdient.
 

Alidona

Nachkommen Hoher Wesen
Fern der Gedanken

Fern der Gedanken
ist eine Welt
in der alles erlaubt ist:
Das Geschriebene Wort.

In jener Welt wandeln Kinder
mordend durchs Leben
es spielt keine Rolle
Solange niemand es sieht.

Fern der Gedanken
wird das Sinnbild der Frau
zu gesichtslosem Leib
weil sie es so will

Es gibt eine Zeit
da ist alles erlaubt
Vater und Tochter
Mutter und Sohn

Fern der Gedanken:
Der Geist ist entflohen
geblieben ein Körper
doch jener ist tot!

© Sina Katzlach
 

MissBarnaby

Meister der Magie
Der Pessimist sieht nach unten und stößt sich den Kopf,
der Optimist sieht nach oben und verliert den Boden unter den Füßen,
der Realist sieht nach vorne und reagiert darauf was er zu sehen bekommt.
 

Jirutsu

Sidhe's Dankbarkeit
Der Pessimist blickt nach unten und sieht auf die Stolpersteine von Gestern. Der Optimist schaut nach oben und sieht die Wunschbilder von Morgen. Der Realist blickt nach vorne und achtet nur auf das Jetzt.
 

Alidona

Nachkommen Hoher Wesen
Optimismus ist aber auch eine Kraftquelle, während Pessimismus eine Energiebremse ist. Ein Optimist geht eher lächelnd durchs Leben und schafft es, auch aus den schlimmsten Situationen noch etwas zu machen. Ein Loblied auf die Optimisten in dieser Welt. ;)
 

Llenlleawg ap Nudd

Saisonale Gestalt
Meine Stadt

Meine Stadt ist oft schmutzig;
aber mein kleiner Bruder ist es auch,
und ich mag ihn.
Meine Stadt ist oft laut;
aber meine große Schwester ist es auch,
und ich mag sie.

Meine Stadt ist dunkel
wie die Stimme meines Vaters
und hell wie die Augen meiner Mutter.
Meine Stadt und ich sind Freunde,
die sich kennen;
nicht flüchtig kennen
wie die von ferne her,
die der Bürgermeister
manchmal über die Hauptstraße führt.

Er zeigt
ihnen nicht
die Schutthalden.
Zu Hause führen wir auch
unseren Besuch in das
Wohnzimmer und lassen ihn
mit unserem Mülleimer in Ruhe.

Aber manchmal, bevor ich
zur Schule gehe,
klopfe ich dem braven grauen Müllkasten
auf den Deckel,
dass er fröhlich klappert,
und am Schuttfeld werfe
ich grüßend einen
Stein auf die blitzende
Konservendose dahinten,
dass sie tanzt.

(Josef Reding)
 

Llenlleawg ap Nudd

Saisonale Gestalt
Erntedank



Harvstwind nu över de Stoppel weiht,

vörbi de schöne Sömmertied,

de Wind hett nu na Norden dreiht,

de Winter is nich mehr wied.



De Dau in Gras as Perlen blinkt,

in hellen Morgenlicht,

of un an een Vagel singt,

de daar an`n Hemel flücht.



Bunt sük de Bladen farvt,

in warmen Middagssünnenstrahl,

dat wurd nu wedder Harvst,

de Eckeln fallt van Eekboom daal.



Goldig glänzt de bunte Wald,

de Hemel wiest een satt Blau,

doch langsaam wurd dat köler bold,

Nebel treckt över`t Feld un Au.



Schwulbkes sünd na Süden flagen,

de letzten Blomen sind an bleuhn,

an goldig Oktoberdagen,

kann sük uns Haart nu freun.



Wenn düster Wulken trübt dat Licht,

denn kümmer di nich drüm,

bewahr di diene Toversicht,

achter de Wulken schient doch de Sünn!



De Minsch seggt Dank för de Arnt,

vör dat watt brocht hett dat Feld,

dat köönt alle satt nu warn,

wenn Freden weer up Welt.



Wi leevt hier in Wohlstand, leve Lü,

gifft veel Minschen de hebbt Nood,

de bitt jeden Dag noch hüt,

üm ehr täglich Brood.



Bedenk dat un wees tofreden,

alle Riekdom is nix wert,

dat köönt alle Minschen leven,

wenn würgelk Freden weer up uns Erd.



C. Fr. Bautsch

27.09.2011​