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Gedichte,Limeriks und sonstiges

DeletedUser

Es ist ein Irrtum zu glauben, die entscheidenden Momente eines Lebens, in denen sich seine gewohnte Richtung für immer ändert, müssten von lauter und greller Dramatik sein, unterspült von heftigen inneren Aufwallungen. In Wahrheit ist die Dramatik einer lebensbestimmenden Erfahrung oft von unglaublich leiser Art. Sie ist dem Knall, der Stichflamme, und dem Vulkanausbruch so wenig verwandt, dass die Erfahrung im Augenblick, wo sie gemacht wird, oft gar nicht bemerkt wird. Wenn sich eine revolutionäre Wirkung entfaltet und dafür sorgt, dass ein Leben in ein ganz neues Licht getaucht wird und eine vollkommen neue Melodie bekommt, so tut sie das lautlos, und in dieser wundervollen Lautlosigkeit liegt ihr besonderer Adel.

Pascal Mercier
 

DeletedUser

Selbst meine Liebesgedichte haben eine schwarze deprimierende Note :)
Das folgende Gedicht schrieb ich zu Beginn einer neuen "Beziehung"

Tausend Fragen

Wie soll es weiter geh’n?
Die bange Frage quält mein Herz,
versuch mich bitte zu versteh’n,
ist’s Liebe oder nur ein Scherz?
Wie wird es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Wird wahre Liebe uns umschlingen
und uns auf Ewigkeit vereinen?
Wird sie am Morgen schon verklingen?
Werden wir lachen oder weinen?
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Wird uns’re Liebe stark genug?
Ist’s Freundschaft nur oder gar Trieb?
Ist’s ehrlich oder Selbstbetrug?
Hast du mich gern? Hast du mich lieb?
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Wirst du mich lieben ganz und gar?
Ich dich allzeit auf Händen tragen?
Wirst du und ich ein Liebespaar?
Werden wir jauchtsen oder klagen?
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Ist, was wir fühlen heisses Fegefeuer?
Oder nur ein’s aus trocknem Stroh?
Bin ich dir wert? Bist du mir teuer?
Werden wir traurig oder froh?
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Hast du mich Heute schon vergessen?
Bin ich dir Morgen einerlei?
Ist meine Liebe zu vermessen?
Ich liebe dich, wie dem auch sei!
Wie soll es weiter geh’n?

Wie wird es weiter geh’n?
Tausend Fragen quäl’n mein Herz,
versuch mich bitte, bitte zu versteh’n,
ist es Liebe oder nur ein Scherz?
Lass uns ein wenig weiter geh’n?

So wunderschön, @Jirutsu

Wenn ein Poet so lieben könnte, wie er schreibt, so tiefgründig, so nach Ewigkeit heischend: Dann bekäme Liebe den Sinn, den sie verdient.
 

Llenlleawg ap Nudd

Saisonale Gestalt
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DeletedUser

Fern der Gedanken

Fern der Gedanken
ist eine Welt
in der alles erlaubt ist:
Das Geschriebene Wort.

In jener Welt wandeln Kinder
mordend durchs Leben
es spielt keine Rolle
Solange niemand es sieht.

Fern der Gedanken
wird das Sinnbild der Frau
zu gesichtslosem Leib
weil sie es so will

Es gibt eine Zeit
da ist alles erlaubt
Vater und Tochter
Mutter und Sohn

Fern der Gedanken:
Der Geist ist entflohen
geblieben ein Körper
doch jener ist tot!

© Sina Katzlach
 

MissBarnaby

Kompassrose
Der Pessimist sieht nach unten und stößt sich den Kopf,
der Optimist sieht nach oben und verliert den Boden unter den Füßen,
der Realist sieht nach vorne und reagiert darauf was er zu sehen bekommt.
 

Jirutsu

Noppenpilz
Der Pessimist blickt nach unten und sieht auf die Stolpersteine von Gestern. Der Optimist schaut nach oben und sieht die Wunschbilder von Morgen. Der Realist blickt nach vorne und achtet nur auf das Jetzt.
 

DeletedUser

Optimismus ist aber auch eine Kraftquelle, während Pessimismus eine Energiebremse ist. Ein Optimist geht eher lächelnd durchs Leben und schafft es, auch aus den schlimmsten Situationen noch etwas zu machen. Ein Loblied auf die Optimisten in dieser Welt. ;)
 

Llenlleawg ap Nudd

Saisonale Gestalt
Meine Stadt

Meine Stadt ist oft schmutzig;
aber mein kleiner Bruder ist es auch,
und ich mag ihn.
Meine Stadt ist oft laut;
aber meine große Schwester ist es auch,
und ich mag sie.

Meine Stadt ist dunkel
wie die Stimme meines Vaters
und hell wie die Augen meiner Mutter.
Meine Stadt und ich sind Freunde,
die sich kennen;
nicht flüchtig kennen
wie die von ferne her,
die der Bürgermeister
manchmal über die Hauptstraße führt.

Er zeigt
ihnen nicht
die Schutthalden.
Zu Hause führen wir auch
unseren Besuch in das
Wohnzimmer und lassen ihn
mit unserem Mülleimer in Ruhe.

Aber manchmal, bevor ich
zur Schule gehe,
klopfe ich dem braven grauen Müllkasten
auf den Deckel,
dass er fröhlich klappert,
und am Schuttfeld werfe
ich grüßend einen
Stein auf die blitzende
Konservendose dahinten,
dass sie tanzt.

(Josef Reding)
 

Llenlleawg ap Nudd

Saisonale Gestalt
Erntedank



Harvstwind nu över de Stoppel weiht,

vörbi de schöne Sömmertied,

de Wind hett nu na Norden dreiht,

de Winter is nich mehr wied.



De Dau in Gras as Perlen blinkt,

in hellen Morgenlicht,

of un an een Vagel singt,

de daar an`n Hemel flücht.



Bunt sük de Bladen farvt,

in warmen Middagssünnenstrahl,

dat wurd nu wedder Harvst,

de Eckeln fallt van Eekboom daal.



Goldig glänzt de bunte Wald,

de Hemel wiest een satt Blau,

doch langsaam wurd dat köler bold,

Nebel treckt över`t Feld un Au.



Schwulbkes sünd na Süden flagen,

de letzten Blomen sind an bleuhn,

an goldig Oktoberdagen,

kann sük uns Haart nu freun.



Wenn düster Wulken trübt dat Licht,

denn kümmer di nich drüm,

bewahr di diene Toversicht,

achter de Wulken schient doch de Sünn!



De Minsch seggt Dank för de Arnt,

vör dat watt brocht hett dat Feld,

dat köönt alle satt nu warn,

wenn Freden weer up Welt.



Wi leevt hier in Wohlstand, leve Lü,

gifft veel Minschen de hebbt Nood,

de bitt jeden Dag noch hüt,

üm ehr täglich Brood.



Bedenk dat un wees tofreden,

alle Riekdom is nix wert,

dat köönt alle Minschen leven,

wenn würgelk Freden weer up uns Erd.



C. Fr. Bautsch

27.09.2011​
 

DeletedUser

Schlangenrundschlag

Schlangen, die bangen
ringeln um Wangen
zischend sie sangen
Melodien erklangen

War`s die Blindschleiche
die erklomm eine Eiche
sie stellte die Weiche
für arabische Scheiche

Es kam eine Kobra
und kroch in die Opra
dort hört' sie die Tora
und lernte glatt Jura.

Hörst du die Nattern
die zweizüngig schnattern
bis tumbe Gehirne schnell rattern
und sie fiese Gerüchte ergattern

die mit dem Kreuze, die Otter
vor dieser lag gar ein Toter
den Körper schon voll mit Moder
Der lebt bestimmt nicht mehr, oder?

Mehr fiel mir nicht ein
ich schwör Stein und Bein
drum lass ich es jetzt sein
und trink ein Glas Wein.

:D :D :D

Der letzte Satz trifft auf mich übrigens rein gar nicht zu. Bin komplett abstinent, und das seit meiner Kindheit. ;)
 

DeletedUser

Das obenstehende Gedicht war mein Beitrag in einem Poesie-Wettbewerb. Die Themenvorgabe war "Schlangen". :D
 

DeletedUser

Danke. Manchmal machen mich meine alten Texte fassungslos. Bin ja eher Prosa-Schreiberin, aber auf meiner Autorenplattform war ich in Gruppen, die verlangten, dass man alles probiert.

Wenn ich Poesie betreibe, gehts eher ins Tiefe und ist manchmal sehr dunkel. Aber eigentlich sind meine Geschichten im Allgemeinen etwas dunkel, weil in mir so eine Art Prophetin schlummert.
 

maxjoker

Saisonale Gestalt
To Pingsten, ach wie scheun, - wenn de Natur so greun,
un all'ns na buten geiht, dat is een wohre Freid!
besünners vör de Göörn, - de heurt man räsoneern:
Weur Pingstn doch erst bloß- denn goht wie los!
Kümmt nu Pingstobend ran, - denn geiht'n Leben an,
de Mudder seept de Görn - vun achtern un vun vörn,
sünds wuschen nu un kämmt, - denn kreegt se`n reinet Hemd,
un denn geiht mit Gejuch - rin in de Puch!
De Vadder nu ton anner'n Morg'n - deit sick mit Proviant versorg'n:
Eier, Käs, Wust un Schinken, - ook verschiedenerlee to drinken.
Dormit keen Minsch de Tied verslopt, - treckt he noch den Wecker op,
un anner'n Morgen gegen soß, - dor schippert los de Troß.

De Vadder geiht voran, - een witte Maibüx an,
sien Jung kummt in de Mitt, - natürlich ook in Witt,
dorbi hebbts op den Kopp - een fien'n Strohhoot op,
all'ns sauber un mit Schick, - grood wie gelickt.
Un nu kummt achterher - mit't allerlüttste Göör,
in groot'n Kinnerwog'n - de Mudder angeschob'n.
De Dochter mookt den Sluß, - stolt, voller Hochgenuß,
in Arm mit ehren Freier, - een Piependreiher.
Een jeder, wehrnd se nu marscheert, op eeg'ne Fuust sick amüseert:
De Vadder vör, de kippt sick een, - de Jung dor achter grapst Sireen,
de Mudder mutt so in' Gedräng'n - den Lüttsten öfter dreug mol legg'n,
dat Liebespoor kummt achterher, de snackt von em un ehr.

So geiht't bitt Quellndol, - dor leggt man sick nu dohl
in't scheune weeke Moos, - nu geiht dat Futtern los.
Een jeder matt un meud - langt no de Bodderbreud,
se fallt doröber her - grood as so'n Bär.
Dormit dat beter rutscht, - ward ut de Buddels lutscht,
de Vadder un de Söhn, - de hollt sick an den Kööm,
un ook de Piependreiher - is op den Buddel Freier,
de Dochter un de Froo - mookt't ebenso.
Bi lütt'n ward de Krom fidel, - man heurt jem sing'n ut vuller Kehl:
Vun Edelweiß, de Wacht am Rhein, de Fischerin un Komm' Se rein!
De anner Siet de blarrt jedoch: Lebt denn meine Male noch?
Im Grunewald ist Holzauktion! Un denn noch Revolutschon.

Op eenmol, wie gemeen, - ehr eener sick versehn,
dor kummt vun boben dohl - een Regen kollosol!
De ganze Minschenschwarm - de kummt nu in Marm,
de Froonslüd kriescht un jucht, - de Mannslüd flucht.
De Vadder springt nu op, - glitscht ut unfallt dorop
grood op den Kinnerwogen, - de kippt un fallt in Groben.
He mit sien witte Büx - recht in so'n deebe Pfütz,
mitsamt dat lüttje Göör, - wat een Malheur!
Een jeder socht nu Schutz to finn', de Minschen rennt dorch dick un dünn,
de Mäkens un de Froons vorop mit all' de Röck' hoch boben Kopp.
De Anblick is sehr int'ressant! Worum, dat liggt klor op de Hand:
Bi sowat kriggt man, wie ick meen, verscheedenerlee to sehn.

Na endlich, no den Suus, - dor geiht dat nu to Huus,
de Vadder un sien Söhn - sünd nüdlich antosehn,
de scheune witte Büx - süht ut wie Stebelwix,
de Strohheud sünd so slapp - wie oles Papp.
De Brögam un de Brut, - de seht erst lecker ut!
De harr'n, wat sull'n se mooken, - sick beid' in't Hei verkropen.
Dat allerlüttste Göör - weur dorchnatt dör un dör,
de Mudder weur so natt - as wie so'n Katt.
De een schuwt achtern annern her grood wie de Geus, se könt nich mehr!
Un dorbi alle Ogenblick verswind mol eener achtern Knick.
Grood wie gerädert un half dood kummt se denn endlich an de Bood.
So ward in Hamborg Pingst'n fiert un sick fein amüsiert.​
 

Raelenius

Saisonale Gestalt
Glimmende Lavawolken treiben
titanischen Polonaisen gleich,
im Lavafluss der Wolkenreihen,
durch ein fröstelnd morgendliches Blau.

Flimmern im Wolkenreihenrot
geleitet ein schwirrendes Licht
schimmernd, durch jede Schicht um Schicht
hinab zum tiefen Wolkenschlot.

Da blendet das Himmelslichtlein gleiß,
als wolle ein Englein frohlocken;
weht eine wandernde Wehe Weiß
aus unzähligen, kleinen Flocken.

Es erstrahlt, spiegelt sich wieder,
wieder, leuchtet im Lichtersee;
und trudelt zur Erde nieder,
umschmiegt vom kristallenen Schnee.

Schneeengel
Autor: myself
 
Zuletzt bearbeitet:

Raelenius

Saisonale Gestalt
heimliche Liebe

Es uhut verschlafen im Treiben
des Morgens; Klagen im grünen Nass
strömen durch die Kronen der Weiden
betrauernd um jedes Daseins Hass.

Spiegelungen trüber Perlentau
vermischen sich mit hellen Strahlen
in Rudeln chaotisiert und Grau,
warm blendend, um vor mir zu prahlen?

Autor: myself
 

MissBarnaby

Kompassrose
heimliche Liebe

Es uhut verschlafen im Treiben
des Morgens; Klagen im grünen Nass
strömen durch die Kronen der Weiden
betrauernd um jedes Daseins Hass.

Spiegelungen trüber Perlentau
vermischen sich mit hellen Strahlen
in Rudeln chaotisiert und Grau,
warm blendend, um vor mir zu prahlen?

Autor: myself
*Beifall klatsche*
 
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