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Berühmte Tiere - und die wahre Geschichte dahinter

Brandon der Erbauer

Lonesome George (dt.: "einsamer George")

Jeder kennt ihn, den einsamen George. Er war eine Galápagos-Riesenschildkröte und gehörte zu der Unterart Pinta-Riesenschildkröte. Er stammte von der Insel Pinta, der Heimat seiner Artgenossen, und wurde 1971 entdeckt. Bis heute weiß man sein genaues Alter nicht, doch man ist sich einig, dass er etwa 100 Jahre alt war, als er am 24. Juli 2012 starb, als letztes Individuum seiner Unterart.
Es gab zahlreiche Versuche, die Pinta-Riesenschildkröte zu erhalten. So gab es 2004 zahlreiche gründliche Expeditionen auf Pinta, in der Hoffnung, weitere lebende Vertreter dieser Unterart zu finden, doch vergebens. Außerdem wurden zahlreiche Verpaarungen zwischen örtlich verwandten Unterarten unternommen. Im Juli 2008 wurden sogar 6 intakte Eier in dem Gehege gefunden, doch sie waren unbefruchtet. Doch die Forscher ließen nicht ab und im Juli 2010 wurden weitere 5 Eier gelegt. Die Eier wurden 120 Tage lang ausgebrütet, doch vergebens...
Und so starb der gute alte George einsam und alleine im Alter von über 100 Jahren, als letzter Vertreter seiner Unterart. Schon zu Lebzeiten wurde er zum Symbol der gesamten Galápagos-Inseln.
Seit mehreren Jahrzehnten sucht man nun lebende Vertreter dieser Unterart, auch auf anderen Inseln.
Im 19. Jahrhundert nutzten Walfänger und Piraten die größte der Galápagos-Inseln (Isabela) als Umschlagplatz für Waren und Nahrungsressourcen, wobei diverse gefangene Schildkröten entkommen konnten. Unter der gegenwärtigen Schildkrötenpopulation jener Insel finden sich daher Exemplare mit Genen von verschiedenen Unterarten der Galápagos-Schildkröten.
2006 entdeckte Peter Pritchard, einer der führenden Schildkrötenexperten, im Prager Zoo eine Riesenschildkröte, deren Panzer der Art Chelonoidis nigra abingdonii auffallend ähnelt, also ein weiteres lebendes männliches Exemplar der Insel Pinta – wie man zunächst hoffte. DNA-Analysen zeigten jedoch, dass es sich bei jenem Exemplar um eine Pinzón-Riesenschildkröte handelt.
Mittels DNA-Analysen wurde 2007 in der Nähe des Wolf-Vulkans ein männliches Tier mit Genen sowohl von Chelonoidis nigra abingdonii als auch von Chelonoidis nigra chathamensis gefunden. Im November 2012 entdeckten Forscher auf einer der Galapagos-Inseln 17 Exemplare, die Gene von Chelonoidis abingdoni besitzen. Das berichtete das ecuadorianische Umweltministerium in Quito am 21. November 2012. Bei der Untersuchung des Galapagos-Naturparks, die gemeinsam mit der amerikanischen Yale University durchgeführt wurde, fanden die Forscher demnach neun Weibchen, drei Männchen und fünf Jungtiere auf der Insel Isabela. Sie stammen zum Teil in erster Generation von der Unterart Chelonoidis abingdoni auf der Insel Pinta ab, der auch Lonesome George angehörte. Momentan lässt sich jedoch nicht zweifelsfrei belegen, ob es sich tatsächlich um direkt artverwandte Tiere handelt. Es besteht die Hoffnung, dass es unter den etwa 2000 Individuen der Wolf-Population noch ein reinrassiges Elterntier der Pinta-Art gibt, wenngleich dies als sehr unwahrscheinlich erscheint.
Im Rahmen einer großangelegte DNA-Erfassung der Tiere auf Isabela wurde die Entdeckung einer neuen Art auf Isabela gemeldet, die genetisch große Ähnlichkeit mit Chelonoidis abingdoni aufweist und die nach Meinung der beteiligten Wissenschaftler möglicherweise verwendet werden kann, um diese Art zurückzuzüchten.
Möglicherweise befinden sich einige Pintaschildkröten noch in Zoos oder privater Hand: Da sie äußerlich nicht von ähnlichen Unterarten unterschieden werden können, kann eine sichere Identifizierung nur durch aufwendige Blutanalysen erfolgen, die bei vielen Tieren in Gefangenschaft noch nicht durchgeführt worden sind.

Und hier ein Bild von Lonesome George aus 2007:

 

GoMaus

Kluger Baumeister
Armer Kerl. Ein bischen erinnert er mich an ET. Der war ja auch Einsam. Hatte aber ein Happy-End.
 

Brandon der Erbauer

Es gab noch so einen ähnlichen Fall; da suchte ein wildes Spix-Ara-Männchen 15 Jahre lang ein Weibchen, doch vergebens. Aber mir fällt einfach der Name nicht ein (wenn es denn einen gab) :(
 

Brandon der Erbauer

Martha

Auch Martha war die letzte ihrer Art und es gibt einige Parallelen zum Lonesome George, doch ihre Art war bis zum 19. Jahrhundert eine der häufigsten Vogelarten der Welt. Innerhalb von wenigen Jahren wurde die Wandertaube, eine Taubenart von etwa 3 bis 5 Milliarden Exemplaren, komplett ausgerottet.

Die Wandertaube (Ectopistes migratorius) ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben, die im 19. Jahrhundert vom Menschen ausgerottet wurde.
Noch Anfang des 19. Jahrhunderts zählte die Wandertaube mit geschätzten drei bis fünf Milliarden Exemplaren zu den häufigsten Vogelarten der Welt. Sie brütete in riesigen, teils mehrere hundert Quadratkilometer umfassenden Kolonien im östlichen Nordamerika und durchzog in heute unvorstellbar großen Schwärmen das Land. Umso dramatischer ist die Tatsache ihrer Ausrottung. Neben dem Bison wurde sie zum Symbol für den Raubbau an der Natur, der besonders im 19. Jahrhundert in Nordamerika stattfand. Obwohl das Ausmaß ihrer Verfolgung durch den Menschen unzweifelhaft einer der Hauptgründe ihres Aussterbens ist, ist die Frage nicht abschließend geklärt, warum ab einem bestimmten Zeitpunkt die Bestände einbrachen und die Art nicht mehr in der Lage war, sich in ausreichendem Maße zu vermehren.
Der letzte wildlebende Vogel wurde am 24. März 1900 abgeschossen. Das ausgestopfte Exemplar wird heute in einem Museum in Columbus (Ohio) aufbewahrt. Im Jahr 1914 starb mit Martha auch das letzte in Gefangenschaft lebende Tier dieser Art.

Martha († 1. September 1914 im Zoo von Cincinnati, Ohio) war die letzte lebende Wandertaube; sie erhielt ihren Namen zu Ehren der ersten US-amerikanischen First Lady, Martha Washington.
1857 versuchte man, die Wandertauben Ohios unter Schutz zu stellen. Der Senat des Staates war aber der Meinung, Wandertauben seien nicht vom Aussterben bedroht. So wurde den Wandertauben weiter nachgestellt, bis 1914 mit „Martha“ nur noch ein Exemplar der Art lebte.
Nach ihrem Tod im Zoo von Cincinnati im Alter von 29 Jahren wurde Martha eingefroren und dem Smithsonian zugesandt, wo sie präpariert und ausgestellt wurde.

Leider ist relativ wenig über Martha bekannt, doch es gibt ein Foto von ihr:


Hier ein ausgestopftes Männchen:


Rekonstruktion der Brutverbreitung, rot: Hauptbrutgebiet mit großen Kolonien in der östlichen Laubwaldzone, orange: nur einzelne Brutpaare oder kleinere Kolonien:
 

Brandon der Erbauer

Adwaita

Jedes Kind weiß, dass Schildkröten uralt werden können. Lonesome George urde über 100 Jahre alt und das ist schon wirklich eine ordentliche Menge, doch im Gegensatz zum Alter von Adwaita, einem Aldabra-Riesenschildkrötenmännchen, sind 100 Jahre eine Kleinigkeit: Adwaita wurde Schätzungen zu Folge 256 Jahre alt und wurde somit das älteste Wirbeltier, was je gelebt hat.

Adwaita (wörtlich "a-dwaita" = nicht-Zweiheit); (* vermutlich um oder vor 1750 auf den Seychellen; † 22. März 2006 in Kalkutta) war ein Aldabra-Riesenschildkrötenmännchen. Es lebte im Zoo von Kalkutta in Indien und galt mit wahrscheinlich 256 Jahren als ältestes in Gefangenschaft lebendes Tier.
Nach den Unterlagen des Zoos ist Adwaita im Jahre 1750 (eventuell sogar schon 1705) geschlüpft. Er war eine von vier Aldabra-Riesenschildkröten, die von britischen Seeleuten von den Seychellen nach Indien gebracht und dort als Geschenk an den britischen Kolonialbeamten Robert Clive übergeben wurden. Seine Jugend verlebte er in Robert Clives Garten.
Seit 1875 lebte Adwaita im damals neu eröffneten Zoo von Alipur in der Stadt Kalkutta. Seinen heutigen Namen erhielt das Tier erst 2005. Einige Monate vor seinem Tod bekam sein Panzer einen Riss, was zu einer tödlichen Infektion führte.

Hier ein Bild von Adwaita:
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OlliSven

Anwärter des Eisenthrons
Sollte ich mir jetzt wünschen ein Aldabra-Riesenschildkrötenmännchen im Alter von 65 Jahren zu sein ?
Hoffentlich gibt das dann keinen Stress, da müsste ich noch viele Jahre Arbeiten bis zum Ruhestand. :oops:
 

Brandon der Erbauer

Mike (Hahn)

Die meisten werden denken: Was sucht hier ein Huhn bei bekannten Tieren?? Tja, aber Mike ist wirklich ein besonderes Huhn...
"Kopflos" meint meistens, dass jemand aufgrund von Verwirrung, Überraschung oder ähnlichem unfähig ist, einen klaren Gedanken zu fassen oder sinnvoll zu handeln. Doch bei Mike wird das Wort "kopflos" im wahrsten Sinne des Wortes verwendet:

Mike, im Englischen auch Mike the Headless Chicken oder Miracle Mike (* April 1945; † März 1947), war der Name eines Hahns, der noch 18 Monate, nachdem ihm der Kopf fast ganz abgeschlagen wurde, weiterlebte. Nachdem die Geschichte öffentlich wurde, kamen Zweifel an ihr auf. Die Universität Utah bestätigte jedoch die Echtheit dieses Falles.
Am Montag, dem 10. September 1945, enthauptete der Farmer Lloyd Olsen aus Fruita, Colorado den fünfeinhalb Monate alten Hahn, da er am Wochenende seine Schwiegermutter zum Essen erwartete. Weil die verwendete Axt aber zu klein war, verfehlte er die Halsschlagader. Ein Ohr und der Großteil des Stammhirns blieben ebenfalls intakt, weshalb Mike nicht starb. Die erste Nacht nach der Enthauptung verbrachte der Hahn mit dem Hals unter dem Flügel. Olsen beschloss daraufhin, Mike zu verschonen. Um sich Klarheit über den Zustand des Tieres zu verschaffen, brachte er eine Woche später den Hahn zur rund 400 km weit entfernten University of Utah in Salt Lake City. Die Studenten und Professoren untersuchten das Tier und konnten erklären, warum Mike noch lebte. Da das Stammhirn, das die lebenswichtigen Funktionen des Organismus steuert, noch funktionierte, konnte der Hahn noch unsicher laufen und sich auf einer Stange halten. Er versuchte ebenfalls sich zu putzen und zu krähen, obwohl kein Ton aus ihm herausdrang. Olsen fütterte ihn mit einer Mischung aus Milch und Wasser, die er mit einer Pipette direkt in die Speiseröhre tropfte. Wenn der Hahn an seinem eigenen Schleim zu ersticken drohte, wurde der Hals von den Olsens mit einer kleinen Spritze gereinigt. In den eineinhalb Jahren, in denen er ohne Kopf lebte, nahm er über ein Kilogramm zu. Zuletzt wog der Hahn beinahe vier Kilogramm.
Nachdem sich die Neuigkeit herumgesprochen hatte, wurde Mike neben anderen Kuriositäten, wie einem zweiköpfigen Kalb, als Zirkusattraktion präsentiert. Er wurde für Dutzende Magazine und Zeitungen fotografiert. Mike konnte für 25 Cent besichtigt werden. In Spitzenzeiten verdienten die Olsens monatlich 4.500 US-$ (heute umgerechnet 50.000 $) mit dem Tier. Sein Wert wurde auf 10.000 $ geschätzt. Der überraschende Erfolg verleitete eine ganze Reihe von Landwirten dazu, ihre Hähne zu köpfen, um die gleiche Attraktion zu erschaffen. Keines der Tiere überlebte allerdings länger als ein oder zwei Tage.
Im März 1947 begann Mike mitten in der Nacht in einem Motel in Phoenix plötzlich zu würgen. Die Olsens hatten auf der Heimreise nach einer Tour vergessen, den Schleim aus Mikes Hals zu entfernen, sodass der Hahn erstickte.
Der Hahn wurde nach seinem Tod untersucht, wobei festgestellt wurde, dass die Axt die Halsschlagader verfehlt hatte und ein Blutgerinnsel ihn vor dem Verbluten bewahrt hatte.

Hier ein Bild von diesem wirklich sonderbarem Hahn:
 

Brandon der Erbauer

Floquet de Neu (kat.)/ Copito de Nieve (span.) (dt.: "Schneeflöckchen")

Jeder kennt Albinos: weißes Fell, rosa Haut und rote Augen. Sie kommen relativ häufig vor: z.B. bei Kanninchen, Ratten, Pfaue, Schlangen und auch bei Menschen. Auch in Filmen kommen sie vor (z.B. der Schattenwolf "Geist" in Game of Thrones). Doch bei den Gorillas gab es ein einziges, bekanntes Individuum mit Albinismus, nämlich Floquet de Neu im Zoo von Barcelona.

Floquet de Neu (katalanisch) bzw. Copito de Nieve (spanisch) – deutsch: Schneeflöckchen (* ca. 1963/1964 in Äquatorialguinea; † 24. November 2003 in Barcelona) war ein Westlicher Flachlandgorilla, der einzige bekannte Gorilla mit Albinismus und das Maskottchen des Zoos von Barcelona.
Am 1. Oktober 1966 töteten einige Grundbesitzer eine Gruppe von Gorillas, welche sich ihre Nahrung aus den Plantagen holten. Bei der Inspizierung der Leichen fanden sie einen noch sehr jungen, weißen Gorilla, der sich an seine tote Mutter klammerte. Einer der Jäger nahm den Gorilla mit nach Hause und verkaufte ihn vier Tage später für 15.000 Peseten an den Verhaltensforscher Jordi Sabater Pi.
Floquet traf am 1. November 1966 im Zoo Barcelona ein, wo er die nächsten 37 Jahre seines Lebens verbrachte. Er zeugte mit drei verschiedenen Weibchen insgesamt 22 Kinder, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichten. Keines von ihnen war ein Albino.
Im Jahre 2001 wurde bei ihm Hautkrebs diagnostiziert, der mit großer Wahrscheinlichkeit auf seinen Albinismus zurückzuführen ist. Die Krankheit verschlimmerte sich zusehends, und im September 2003 gaben die Ärzte bekannt, dass er vermutlich nur noch ein paar Monate zu leben habe. Um Floquet weiteres Leiden zu ersparen, wurde er am 24. November 2003 eingeschläfert.

Floquet de Neu am 9. Februar 2003
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Brandon der Erbauer

Alex (Graupapagei)

In unendlich vielen Filmen tauchen sprechende Papageie auf. Doch nicht wenige, die solche Filme gesehen haben, denken, dass es sprechende Papageie gibt... Nun ja, falsch gedacht. Vor allem der Graupapagei ist bekannt für seine Sprachfähigkeiten und seine Intelligenz. Deshalb sind sie auch beliebte Haustiere. Wenn man sich mit ihnen beschäftigt und das über eine längere Zeit, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Graupapagei anfängt, Wörter zu wiederholen. Das ist bein dieser afrikanischen Papageienart nicht ungewöhnlich. Doch Alex ist ein Fall für sich...

Alex (geschlüpft ca. 1976; gestorben 6. September 2007) war ein Graupapagei, dessen Wortgebrauch über einen Zeitraum von 30 Jahren von der Tierpsychologin Irene Pepperberg, zuerst an der Universität von Arizona und zuletzt an der Brandeis University, intensiv untersucht wurde. Der Name ist ein Akronym für Avian Learning EXperiment (engl. für „Vogellernexperiment“).
Nach den insgesamt 19 Jahren Training hatte Alex einen aktiven Wortschatz von insgesamt 200 Wörtern, die er äußern konnte, und einen Wortschatz von ungefähr 500 Wörtern, die er verstehen konnte. Außerdem konnte er – begrenzt – zählen und selber Wünsche äußern. So sagte Alex zum Beispiel, wenn ihm das Fragespiel nicht mehr gefiel, „I’m gonna go away“ (Ich werde weggehen), und wenn der Forscher sich verärgert zeigte, versuchte Alex die Situation durch „I’m sorry“ (Tut mir leid) zu entschärfen. Wenn er per „Wanna banana“ eine Banane erbeten hatte, aber eine Nuss angeboten bekam, schaute er schweigend vor sich, wiederholte den Wunsch nach einer Banane oder nahm die Nuss und warf sie mit seinem Schnabel gegen den Forscher. Alex' Verständnis von Zahlen lag im Bereich von unter 7. Wenn er gefragt wurde, wie viele Objekte einer bestimmten Farbe auf einem Brett liegen, gab er in 80 % aller Fälle die richtige Antwort.
Alex starb am 6. September 2007 im Alter von 31 Jahren. Eine Pressemeldung der Alex-Foundation formulierte die Todesumstände wie folgt: „Alex was found to be in good health at his most recent annual physical about two weeks [before his death]. According to the veterinarian who conducted the necropsy, there was no obvious cause of death.“ Pepperberg verkündete anlässlich Alex' frühzeitigen Todes, dass sein Verlust die Forschung auf keinen Fall beenden würde, man habe durch den Tod jedoch einen Rückschlag erlitten. Das Forschungslabor verfügt noch über zwei weitere Papageien, die hinsichtlich ihrer Fähigkeiten jedoch nicht mit Alex zu vergleichen sind.
Die Alex Foundation hat die Ergebnisse der pathologischen Untersuchungen am 4. Oktober 2007 wie folgt verkündet:
„Alex starb schnell. Es waren plötzliche und unerwartete Komplikationen im Zusammenhang mit einer Arteriosklerose („Arterienverkalkung“) aufgetreten. Entweder handelte es sich um eine tödliche Arrhythmie, einen Herzinfarkt oder um einen Schlaganfall, die zu seinem plötzlichen Tod ohne Leiden führten. Es gab keine Vorzeichen für seinen Tod. Alle Untersuchungen einschließlich der Cholesterin- und Asper-Spiegel waren zu Beginn jener Woche normal. Sein Tod konnte auch nicht mit seiner Ernährung oder seinem Alter in Verbindung gebracht werden; unsere Tierärztin erklärte, sie hätte ähnliche Vorkommnisse schon bei jüngeren Vögeln (jünger als 10 Jahre) mit gesunder Ernährung gesehen. Wahrscheinlich waren genetische Anlagen oder entzündliche Erkrankungen, die bei Vögeln derzeit noch nicht zu diagnostizieren sind, ausschlaggebend; ähnlich denen, welche auch bei Menschen zu Herzerkrankungen führen.“

Wer wünscht sich nicht so ein kluges Bürschchen als Haustier? :)

Hier ein Foto von ihm:
 

Awatea

Saisonale Gestalt
Free Willy / Keiko

In "Free Willy" macht er Kino-Karriere, der Orca Wal Keiko. Doch der persönliche Sprung in die Freiheit misslingt.

1979 verfing sich ein Orca-Baby im Netz isländischer Fischer. Keiko taufte man ihn - das heißt der Glückliche. Welche Ironie, denn
das Tier landete im winzig kleinen und viel zu warmen Becken eines Freizeitparks in Mexiko. Dort durfte Keiko Kinder mit seinen Kunststücken erfreuen. 1992 begeisterte er dann auch Talentspäher der Warner-Filmstudios. Keiko machte Kinokarriere. Wer kennt ihn denn nicht, den "Free Willy".
Aber nach Abschluss der Dreharbeiten muss Keiko zurück in sein mittlerweile stark verpilztes Tierpark-Becken nach Mexiko...und wird fast vergessen.

Erst das Magazin Time deckt den Skandal um den einsamen Kinostar auf.
Als das Magazin über das triste Leben des Stars berichtete, startete eine spektakuläre Befreiungsaktion wie sie Hollywood nicht besser hätte erfinden können. Millionen Kinder knackten ihre Spardosen, um Keiko frei zu kaufen. Keinen Moment zu früh, denn Keiko ist stark unterernährt und sein Körper überzogen von Hautpilz.
Schon bald flog ein Militärtransporter den Orca 1998 in einem riesigen Haltegurt über den Atlantik zurück in seine Heimat Island.
In der entlegenen Klettsvik-Bucht versuchen Trainer, ihn an die Freiheit zu gewöhnen. Doch die Kontaktaufnahme mit wild lebenden Orcas scheitert.
Keiko mochte sich nicht so recht an die wiedergewonnene Freiheit gewöhnen. Eifrig wiesen ihm die Helfer der Stiftung Ocean Futures den Weg ins Meer und versuchten Keiko beizubringen, wie man Fische fängt. Doch der Wal wollte nicht. Seinen Hering ließ er sich lieber apportieren. Auch seine Ausflüge ins offene Meer waren meist sehr kurz. Zu kurz jedenfalls, um im Ozean Freunde oder gar entfernte Wal-Verwandte zu treffen. Keiko blieb ein Kaspar Hauser des Meeres. Einsam. Unverstanden. Hilflos. Manche Tierschützer kritisierten deshalb das Experiment Keiko. Nicht nur wegen der Kosten. 20 Millionen Euro hat die Ocean Futures in das Unternehmen "Free Keiko" gesteckt. Gebracht hat es wenig. Zwar verließ Keiko im Vorjahr seine isländische Bucht und zog in einen norwegischen Fjord. Doch Fische fangen mochte er immer noch nicht. Viel lieber verspeiste er den Lachs aus den Zuchtfarmen. Dennoch mochten sie Keiko in Norwegen. Schließlich lockte er Touristen an.


Im Juli 2002 taucht der Kinostar ab. Er gilt als verschollen. Plötzlich aber taucht er in einem norwegischen Fjord auf und ist sogar in guter Verfassung. Scheinbar ist es ihm gelungen sich eigenständig zu ernähren. Trotzdem lebt er aber weiter allein.

Keiko verbrachte seine letzten Lebenswochen in Menschennähe ausgerechnet in einem Fjord (Taknesfjord) der Walfängernation Norwegen, wo er zu einer Touristenattraktion wurde.
Nach einer Lungenentzündung, die bei älteren Schwertwalbullen in freier Natur nicht ungewöhnlich ist, verweigerte er die Nahrungsaufnahme.
Am 13. Dezember 2003 stirbt Keiko 27-jährig an der Küste in der Nähe von Halsa.

Orca-Männchen haben eine Lebenserwartung von durchschnittlich 40 Jahren, nur in seltenen Fällen werden sie bis zu 50 Jahre alt. Keiko wurde nahe der Küste der Taknesbucht begraben. In Halsa wurde zudem eine Gedenkstätte eingerichtet. Eine Präparation wurde zwar diskutiert, dann aber doch nicht durchgeführt.
Das Oregon Coast Aquarium hielt am 20. Februar 2004 für Keiko einen Gedenkgottesdienst ab.

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Zuletzt bearbeitet:

OlliSven

Anwärter des Eisenthrons
Sehr nett. Meinem Boot ist so ein Orka 3 Tage lang gefolgt. Durch die lauten Geräusche, die er machte muste ich hin und wieder auf Seerohrtiefe gehen um meine Positionsbestimmung auf Richtigkeit zu Überprüfen.
Wir hatten die Geräusche auf ein extra Band aufgenommen und dem Meeresbiologischen Institut gegeben.
Es handelte sich um ein Männchen das sozusagen auf Freiersflossen war. Es hatte mein Boot für ein Orka-Weibchen gehalten.
 

Brandon der Erbauer

Castor und Pollux (Elefanten)

Diese beiden Dickhäuter lebten zur Zeit des Deutsch-Französischen Krieges in der Ménagerie du Jardin des Plantes in Paris. Seit dem 19. September 1970 belagerten die deutschen Truppen Frankreichs Hauptstadt Paris und beschossen sie systematisch. Die Belagerung dauerte bis zum 28. Januar 1871. Bereits im Herbst 1870 wurden die Vorräte der Stadt knapp. Als erstes gingen die Frischvorräte, wie Brot, Milchprodukte und Gemüse, zu Ende. Die Bevölkerung von Paris ernährte sich in der Folge von Pferdefleisch, das teuer bezahlt werden musste, dann auch von Katzen und Hunden. Ende 1870 richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Tiere in den Zoos.

Die Pflanzenfresser, wie Zebras, Antilopen und Kamele wurden an die Pariser Fleischer verkauft und geschlachtet. Die Affen wurden jedoch nicht geschlachtet und auch nicht verzehrt und das Flusspferd, das im Zoo lebte, wurde verschont, da es sehr teuer war. Doch dann fiel das Augenmerk der Pariser Bevölkerung auf diese beiden Elefanten, und sie wurden dann schließlich im Dezember 1890 durch Gewehrkugeln erschossen; das Fleisch wurde von einer Boucherie erworben und verkauft.


Eine Speisekarte mit einem Weihnachtsmenü vom 25. Dezember 1870 bietet unter Potage ein Consommé d’Eléphant an. Elefantenfleisch galt als nicht wohlschmeckend. Bereits 1868 hatte ein Augenzeuge anlässlich der erfolgreichen Jagd auf den „Elefanten von Murten“ 1866 vermerkt, dass das an die Bevölkerung der schweizerischen Kleinstadt verteilte Fleisch „gestählte Zähne“ erfordere, um sich nicht eine „Indigestion herbeizuführen“, und es deshalb äußerst selten sei, „aus Elefantenfleisch einen gut mundenden schmackhaften Hasenpfeffer zu servieren“.

Hier die oben genannte Speisekarte:



 

Brandon der Erbauer

Der kluge Hans

Wir alle können seit der Grundschule rechnen. Auch manche Menschenaffen können rechnen, zwar nicht so wie wir Menschen, aber immerhin.... Doch der Kluge Hans, ein Pferd der Rasse Orlow-Traber, konnte auch rechnen. Die meisten werden mir nicht glauben, dass ein Pferd rechnen kann, doch es ist wahr:

Der Kluge Hans (* um 1895; † um 1916) war ein Pferd der Rasse Orlow-Traber, das angeblich rechnen und zählen konnte. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erregte der Schulmeister und Mathematiklehrer Wilhelm von Osten mit Hans’ einzigartigem Können erhebliches Aufsehen.
Hans beantwortete die Aufgaben seines „Lehrers“ mit dem Klopfen eines Hufes oder durch Nicken/Schütteln des Kopfes. Derart konnte Hans arithmetische Aufgaben lösen, ferner auch buchstabieren und Gegenstände oder Personen abzählen. Von Osten war offenbar von seinem Lehrerberuf und seinen Fähigkeiten dermaßen überzeugt, dass er glaubte, seine pädagogischen Methoden auch auf seine Pferde – vor dem Klugen Hans hatte er schon einen Hans I. besessen und trainiert – anwenden zu können. In seinem später veröffentlichten Buch über den Klugen Hans bezeichnete der Psychologe Oskar Pfungst von Osten als „scharfsinnig in der Unterrichtsmethode und doch wieder ohne Verständnis für die elementarsten Formen wissenschaftlicher Untersuchung“.

Schließlich wurde im September 1904 tatsächlich eine 13-köpfige wissenschaftliche Kommission unter Leitung von Carl Stumpf, einem Philosophie-Professor und Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, aus der deutschen Reichshauptstadt eingesetzt, um dem Phänomen auf den Grund zu kommen. Die Kommission vermutete zunächst einen Trick oder Betrug seitens des Mathematiklehrers, doch das Pferd beantwortete Aufgaben auch richtig, wenn ein Fremder die Fragen stellte und von Osten abwesend war.

Schließlich löste Oskar Pfungst, der zu dieser Zeit noch Student von Stumpf war, das Rätsel: Hans beherrschte zwar nicht die Mathematik, konnte dafür aber feinste Nuancen in Gesichtsausdruck und Körpersprache seines menschlichen Gegenübers deuten. Unwillkürlich nahmen die Fragesteller vor dem entscheidenden „korrekten“ Hufklopfen des Pferdes eine gespannte Haltung ein, nach der „richtigen Antwort“ drückten sie mit ihrer Körpersprache unbeabsichtigt Signale der Erleichterung aus, die „der Kluge Hans“ in etwa 90 % aller Fälle wahrnahm. Dies funktionierte natürlich nur, wenn der Fragesteller die Antwort auch selbst kannte. Allerdings wurden „die Körpersprache und das Mienenspiel der fragenden Person niemals durch Filmaufnahmen dokumentiert. Daher sind diese unbewussten und nicht kontrollierbaren Signale immer noch völlig unbekannt.“

Von Osten war nach Abschluss der Untersuchungen über das Ergebnis sehr aufgebracht. Richtete sich sein Ärger zunächst gegen das Pferd, so gewann es doch schon bald das alte Vertrauen zurück und von Osten erlaubte keinerlei weitere Experimente. Das von ihm aufgebaute Weltbild wurde rasch wiederhergestellt und alle unleugbaren Tatsachen, die diesem widersprachen, wurden ignoriert.

Der sogenannte „Kluger-Hans-Effekt“ ging als wichtige Erkenntnis – nicht nur der Tierpsychologie – in die Wissenschaftsgeschichte ein, er verhalf der experimentellen Psychologie zum Durchbruch. Als Kluger-Hans-Effekt bezeichnet man allgemein die unbewusste einseitige Beeinflussung des Verhaltens von Versuchstieren, insbesondere in die Richtung, dass der beim Versuch erwartete Effekt eintritt. Der Effekt kann durch Verwendung des Forschungsdesigns der sogenannten Doppelblindstudie oder von „unaufdringlichen Messungen“ vermieden werden. Auch in die Sozialforschung ist der „Kluger-Hans-Effekt“ als Reaktivität (des Befragten auf Verhalten, Äußeres und unterstellte Werthaltungen des Befragers sowie auf die Situation des Interviews, vgl. auch Interviewereffekt) eingegangen.

Nachdem von Osten 1909 gestorben war, ging der Kluge Hans in den Besitz des Kaufmanns Karl Krall über, der weitere Experimente mit ihm anstellte und auch andere Pferde trainierte. Er richtete ein psychologisches Laboratorium im Stall des Geheimen Kommerzienrates von der Heydt in Elberfeld ein und arbeitete dort mit insgesamt elf Pferden, zwei Eseln, einem Pony und einem Elefanten. Aus seinen Versuchsreihen ging 1912 das Buch Denkende Tiere hervor; ferner gab er die Zeitschrift Tierseele heraus. Finanzieller Erfolg blieb ihm jedoch versagt, 1916 gab er seine Arbeit mit den Tieren auf. Hans und die anderen rechnenden Pferde von Elberfeld wurden zum Einsatz im Ersten Weltkrieg herangezogen, das weitere Schicksal des Klugen Hans ist unbekannt.


 

Awatea

Saisonale Gestalt
Rettungshund Barry

Der Rettungshund Barry (* 1800 auf dem Grossen Sankt Bernhard; † 1814 in Bern) war ein berühmter Lawinenhund.
Er wurde von den Chorherren des Hospizes auf dem Grossen St. Bernhard eingesetzt und soll über vierzig Personen das Leben gerettet haben.

1812 wurde er auf Wunsch des Priors nach Bern gebracht und starb dort 1814 den Alterstod. Nach seinem Tode wurde er präpariert und im Naturmuseum Bern ausgestellt, damit „dieser treue Hund, der so vieler Menschen Leben rettete, nach seinem Tod nicht so bald vergessen sein wird.“ Die damals gewählte demutsvolle Haltung symbolisierte stete Hilfsbereitschaft.

Die Hunde zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren keine Bernhardiner im heutigen Sinne, sondern Mischlinge aus der Umgebung des Hospizes. Barry wog zu Lebzeiten vermutlich zwischen 40 und 50 kg und hatte eine Widerristhöhe von etwa 54 cm. Heutige Bernhardiner dagegen wiegen oft mehr als 100 kg und haben eine Widerristhöhe zwischen 70 bis 90 cm.
Als 1923 das alte, verfallene Präparat neu aufgebaut wurde, gab man nicht nur Barrys demutsvolle Haltung auf, sondern näherte auch sein Aussehen an das der neu entstandenen Bernhardinerrasse an: Sein Kopf wurde vergrößert und die Läufe verlängert. Das Präparat ist bis heute Teil der Sammlung der Albert-Heim-Stiftung. Es stand lange in einer Vitrine am Eingang des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern.

Seit 2014 ist ihm eine eigene Dauerausstellung gewidmet, in der neben zahlreichen anderen Exponaten auch der originale Schädel zu sehen ist. Da das Fässchen mittlerweile fix mit einem Bernhardinerhund verbunden wird, wurde es in der Präsentation beibehalten, nicht jedoch ohne darauf hinzuweisen, dass es sich bei diesem Markenzeichen um eine „Erfolgsgeschichte frühen Marketings“ handelt.


Emil_Nicola_Karlen_-_Barry.jpg

Der original Hund "Barry"


Lawinenhund-Barry.jpg

Der überarbeitete, neu gestaltete "Barry"
 

Brandon der Erbauer

Sir Nils Olav III.

Nicht jeder kann Brigadegeneral werden, erst recht nicht, wenn man Brigadegeneral der königlichen Garde Norwegens ist. Nun, Nils Olav III, ein männlicher Kaiserpinguin, hat es geschafft:

Nils Olav ist ein männlicher Königspinguin, der im Edinburgher Zoo in Schottland lebt. Er ist Maskottchen und Brigadegeneral ehrenhalber der königlichen Garde Norwegens.

Seit den 1970er Jahren hegt die norwegische Garde, aufgrund ihrer Teilnahme am Edinburgh Military Tattoo, eine besondere Beziehung zu den Pinguinen von Edinburgh, und ein gleichnamiger Vorfahre von Nils Olav wurde ins Regiment aufgenommen. Nach dessen Tod übernahm 1987 Nils Olav II. die Nachfolge. Seit 2008 ist Nils Olav III. im Amt.

Am 15. August 2008 besuchte er die königliche Garde von Norwegen und wurde vom norwegischen König Harald V. zum Ritter geschlagen. Seither trägt der Pinguin den Titel Sir Nils Olav III. 2016 wurde er bei einer Verleihungszeremonie im Zoo von Edinburgh zum Brigadegeneral ernannt.




Und stillgestanden! Sir Nils Olav III. inspiziert die Garde.
 

Brandon der Erbauer

Ein Pinguin als Brigadegeneral der königlichen Garde Norwegens... Und ein Vorfahre war Regiment-Mitglied... :confused::eek: