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Gedichte,Limeriks und sonstiges

Dieses Thema im Forum "Die gute Stube" wurde erstellt von bloedelfeld, 18. September 2016.

  1. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Im Frühling
    Im Frühling summt der Wind,
    Das weiss doch jedes Kind.
    Das Gras wird grün,
    Die Blumen bunt,
    Und wenn dann noch das Bienchen brummt,
    Dann wird die Welt ganz kunterbunt.

    (© Monika Minder)
     
  2. Brosin

    Brosin Ehem. Teammitglied

    Registriert seit:
    29. Januar 2017
    Frühling

    Es ist Frühling
    Die Sonne scheint. Wo ihre warmen Strahlen ein Objekt treffen, ist deutlich spürbar, dass der Winter hinter uns liegt. Blüten öffnen sich, zeigen ihre ganze Pracht und recken sie der Sonne entgegen.

    Es ist Frühling
    Knospen an Bäumen, Büschen und Blumen schwellen an. Das Leben drängt in sie hinein, lässt sie zum Platzen bringen. Und Blätter und Blüten öffnen sich in immer größerer Zahl. Sie zeugen von der Macht der Natur, Leben zu geben.

    Es ist Frühling
    Die ersten Insekten fliegen scheinbar unermüdlich herum. Noch sind es fast ausschlißlich die dicken Hummelköniginnen. Für die kleineren Verwandten ist es den großen Teil des Tages noch zu kalt. Doch die Blüten haben sich darauf eingestellt. Zuerst öffnen sich große, schwere Blüten, die die Hummeln auch tragen können.

    Es ist Frühling
    Die Vögel singen als gäbe es kein morgen. Vielleicht stimmt dies für einige von ihnen. Doch ihr Gesang ist nicht traurig und voller Sorge, sondern voll Hoffnung und Versprechen auf neues Leben. Und für viele erfüllt sich dies auch.

    Es ist Frühling
    Die kleinen Räuber sind schon wieder unterwegs und suchen nach Beute. Auch sie sind den ganzen Tag beschäftigt. Auch bei ihnen entsteht neues Leben. Teils schon jetzt, teils später, doch unaufhaltsam.

    Es ist Frühling
    Wolken am Himmel, nicht warm. Auch das gehört zum Wandel der Jahreszeiten, der sich jetzt vollzieht. Kalt, warm, nass trocken. In der Zeit des Wandel fällt die Entscheidung in jeder Minute, jeder Stunde neu, welches Kleid das Wetter trägt. Es kann auch nochmal richtig kalt werden. Die Natur ist darauf vorbereitet. Entweder übersteht sie es oder es geht wieder von Neuem los. Ein ewiger, wundervoller Kreislauf.

    Es ist Frühling

    Überall finde ich Zeichen des Lebens, der Hoffnung, des Wachstums. Ich muss nur hinschauen, muss mich nicht einmal bemühen, nicht danach suchen. Es springt mich an. Ich breite die Arme aus und nehme diese Geschenke an.

    Es ist Frühling – es geht mir gut
     
  3. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    @Brosin: Von wem ist das Gedicht ?
     
  4. Brosin

    Brosin Ehem. Teammitglied

    Registriert seit:
    29. Januar 2017
    Von mir :) Schwebte mir so im Kopf rum und wollte da raus.
     
  5. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Alles klar, so ergeht es mir auch mal.
     
  6. Brosin

    Brosin Ehem. Teammitglied

    Registriert seit:
    29. Januar 2017
    Noch eins von mir. Das habe ich im letzten Jahr geschrieben :)

    Freude am Leben

    Das Leben scheint so kurz und knapp
    streicht jemand meine Stunden ab?
    Manch Mensch versinkt in Traurigkeit
    und sucht verzweifelt nach mehr Zeit
    Er sucht am Boden, den Blick gesenkt
    wobei er gar nicht daran denkt
    mal aufzuschauen, sich umzusehen
    Mit offnen Augen in die Welt zu sehen
    Denn dort erblickst Du Tag um Tag
    Wunder und Schönheit, die man mag
    Nach zeit zu suchen bringt es nicht
    Die schöne Zeit, sie findet dich
    Begrüße sie und nimm sie an
    Weil sie dir so viel geben kann
     
  7. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    :):) Spitze.
    Du kannst ruhig gleich darunter schreiben, das das Gedicht von dir ist.
     
  8. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Märchen aus der Gegenwart

    Ich bin das Rotkäppchen, komm' mit Wein und Kuchen,
    und wollt' die Großmutter besuchen.

    Doch wie ich so geh' durch den Wald zu dem Haus,
    seh' ich gleich, die Großmutter ist aus.

    Die Garage steht offen der Wagen ist fort
    Stimmt, heut' ist Montag, da hat sie ja Sport,
    sie macht Aerobic von 9 ‑ 10,
    danach schwitzt sie sich in der Sauna schön.

    Auch Dienstag und Mittwoch sind ausgebucht,
    da sie Kurse der Volkshochschule besucht:
    Englisch, Spanisch, Malen und Stricken,
    dazu noch Yoga, das ist gut für den Rücken.

    Am Donnerstag, oh gütiger Vater
    probt sie für das Seniorentheater.

    Am Freitag ist Treffen im Gesangsverein,
    am Sonnabend schwingt sie beim Volkstanz das Bein.

    Am Sonntag an der Tür ein Zettel nur:
    Bin mit dem Wanderklub in der Natur.

    Und käme der Wolf mal vorbeigeschlichen
    im nächsten Moment schon wär' er verblichen.
    Oma macht Karate‑Kurs Nr. 10 !
    und 'nen Schlag auf die Schnauze würd' der nicht übersteh'n.

    Nun stell' ich ihr hin, was ich mitgebracht
    heut' kommt sie nicht wieder vor Mitternacht!
    Großmütter von heute sind aus anderem Holz
    und ich bin auf meine Großmutter ganz besonders stolz.

    Selbstverzapft (1992)
     
  9. Brosin

    Brosin Ehem. Teammitglied

    Registriert seit:
    29. Januar 2017
    Sehr schön :)

    Anfang letzten Jahres, morgens so gegen eins, wollte das hier unbedingt aus meinem Kopf


    Das neue Jahr

    Das neue Jahr ist just erwacht
    Hat grad die Äuglein aufgemacht

    Da rummst und kracht es überall
    das Jahr erschreckt sich vor dem Knall

    Und will so richtig gar nicht raus
    Will lieber in ein Schneckenhaus

    Doch dann erstrahlen bunte Lichter
    zum Himmel schauen frohe Gesichter

    Voll Freud und Frohsinn sind die Leute
    das Jahr denkt sich 'Wie gut, dass heute

    ich in die Welt gekommen bin
    wo Allen steht nach Spaß der Sinn

    Da kann ich doch sofort beginnen
    bei dem Start kann ich nur gewinnen

    ich werd ein tolles neues Jahr
    viel besser, als es früher war'

    Sprachs und lief ganz munter los
    Mit Plänen, Vorsätzen ganz groß

    Und wir, wir geh'n mit ihm einher
    ich weiß, es fällt uns wieder schwer

    Den Schwung vom Anfang zu erhalten
    das Jahr erfreulich zu gestalten

    Doch ich versuchs, was ist mit Dir?
    Gehst Du den harten Weg mit mir?

    Lass uns das Jahr in gutem Sinn bestreiten
    ganz unbeirrt von Widrigkeiten

    Dann wird der Traum vom Anfang wahr
    es wird ein GUTES NEUES JAHR
     
  10. BlondeSusi

    BlondeSusi Knospe

    Registriert seit:
    10. Dezember 2016
    Hoffe auf das Beste,
    fürchte das Schlimmste
    und nimm das Wetter wie es kommt!

    Ist von mir
     
  11. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
  12. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Es gibt zur zwei Arten zu leben.
    Entweder so als wäre nichts ein Wunder
    oder so als wäre alles ein Wunder.

    Albert Einstein
     
  13. Arifee

    Arifee Blüte

    Registriert seit:
    11. Februar 2017
    Nicht nur Träume ändern sich

    Was früher noch ein Herzenswunsch,
    tritt heute in den Hintergrund.
    Die Sehnsucht hat so viel diktiert,
    das meiste ist jedoch nie passiert.

    Was du in der Jugend hast erträumt,
    so manchmal es doch versäumt,
    zu leben wie es dir wichtig war,
    zu schnell verging Jahr um Jahr.

    Nicht nur die Träume ändern sich,
    auch Menschen sind veränderlich.
    Sie setzen verschiedene Masken auf,
    in ihrem beschwerlichen Lebenslauf.

    Doch lernst du Menschen richtig kennen,
    wenn sie dir einmal ihre Ängste nennen.
    Die Stärke, die sie nach außen tragen,
    verbirgt oft worüber sie niemals klagen.

    Wenn die letzte Maske einmal fällt
    am Ende nur noch die Wahrheit zählt,
    dann endlich wirst du es entdecken,
    man muss Tränen nicht verstecken.

    Alle Tränen, die vom Herzen kommen,
    Seelenschmerzen so weggenommen.
    Nicht nur die Zeiten ändern sich,
    sehr oft ändert das Leben auch dich.

    © Susan Melville

    (aus dem gleichnamigen Buch)
     
  14. Myrjam Von Magdala

    Myrjam Von Magdala Starke Birke

    Registriert seit:
    26. Mai 2017
    Felyndral

    In Felyndral, da habe ich Wohnung mir genommen,
    als Elfe spuke ich herum, mal klar und mal verschwommen,
    und dieses kleine Reich, es liegt im nicht zu fernen Osten,
    gehört zum Lande Elvenar, und komm auf meine Kosten,
    wenn ich supergut drauf bin und nicht verhampelt spinn.

    Es gibt da noch zwei Nachbarreiche, wo ich auch gastier,
    doch am wohlsten fühl ich mich als Elfe nunmal hier,
    wenn ich auch mal wandere, so komm ich stets nach Haus,
    in Felyndral, da gibt es keine so großen Staus,
    wenn ich supergut drauf bin und nicht verhampelt spinn.
     
  15. OlliSven

    OlliSven Anwärter des Eisenthrons

    Registriert seit:
    29. September 2016
    Sommerlied

    O Sommerfrühe blau und hold!
    Es trieft der Wald von Sonnengold,
    In Blumen steht die Wiese;
    Die Rosen blühen rot und weiß
    Und durch die Felder wandelt leis'
    Ein Hauch vom Paradiese.
    Die ganze Welt ist Glanz und Freud,
    Und bist du jung, so liebe heut
    Und Rosen brich mit Wonnen!
    Und wardst du alt, vergiß der Pein
    Und lerne dich am Wiederschein
    Des Glücks der Jugendsonnen.

    (Emanuel Geibel)
     
  16. GoMaus

    GoMaus Kluger Baumeister

    Registriert seit:
    20. November 2016
  17. hansdottir

    hansdottir Kompassrose

    Registriert seit:
    8. Februar 2017
    also das Gedicht "Erlvirus" ist das genialste, das ich seit langem gelesen habe. Klasse!
     
  18. Vendor

    Vendor Barbarischer Raptor

    Registriert seit:
    15. Juli 2015
    Diogenes und die bösen Buben von Korinth

    Nachdenklich liegt in seiner Tonne
    Diogenes hier an der Sonne.

    Ein Bube, der ihn liegen sah,
    Ruft seinen Freund; gleich ist er da.

    Nun fangen die zwei Tropfen
    Am Fasse an zu klopfen.

    Diogenes schaut aus dem Faß
    Und spricht: »Ei, ei, was soll denn das?«
    Der Bube mit der Mütze
    Holt seine Wasserspritze.

    Er spritzt durchs Spundloch in das Faß.
    Diogenes wird pudelnaß.

    Kaum legt Diogenes sich nieder,
    So kommen die bösen Buben wieder.

    Sie gehn ans Faß und schieben es;
    »Halt, halt!« schreit da Diogenes.
    Ganz schwindlich wird der Brave. –
    Paßt auf! Jetzt kommt die Strafe.

    Zwei Nägel, die am Fasse stecken,
    Fassen die Buben bei den Röcken.

    Die bösen Buben weinen
    Und zappeln mit den Beinen.

    Da hilft kein Weinen und kein Schrein,
    Sie müssen unters Faß hinein.
    Die bösen Buben von Korinth
    Sind plattgewalzt, wie Kuchen sind.

    Diogenes der Weise aber kroch ins Faß
    Und sprach: »Ja, ja, das kommt von das!«

    Wilhelm Busch
     
  19. Awatea

    Awatea Saisonale Gestalt

    Registriert seit:
    5. November 2016
    Der motorisierte Erlkönig

    .

    Wer rattert so spät durch Nacht und Wind?

    Es ist der Vater mit seinem Kind.

    Der Vater Karl mit Sohne Fritz,

    auf BMW mit Soziussitz.

    .

    Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?

    Siehst Vater du den Bahnübergang nicht?

    Den unbewachten in nebliger Ferne?

    Mein Sohn, ich hab `ne Boschlaterne.

    .

    Mein Vater, siehst du den Wachtmeister nicht?

    Mit Bleistift, Notizbuch und strengem Gesicht?

    Sei stille mein Sohn, das geht uns nichts an,

    ich hab eine falsche Nummer dran.

    .

    Mein Vater, mein Vater, nun halt dich dazu,

    da hinten kommt einer auf ner NSU.

    Der hat mein Sohn, das erklär ich dir später,

    nur 250 Kubikzentimeter.

    .

    Und hinter ihm Vater, da kommt noch ein andrer,

    ich sehe es ganz deutlich, es ist ein Wanderer.

    Sei ruhig, mein Sohn, ich sage dir es,

    wir haben mehr bei weitem mehr PS.

    .

    Die Hupe schreit, der Motor kracht,

    so rast das Unheil in stockfinstre Nacht.

    Mein Vater, mein Vater, ich hör ihn schon johlen,

    gleich wird uns der Wanderer überholen.

    .

    Dem Vater graust es, er gibt doppelt Gas,

    halte dich fest mein Sohn, sonst passier dir was,

    er erreicht als erster das Gasthaus am Meer,

    der Soziussitz hinter ihm aber war leer.



    (extrem modernisiert von Goethes "Der Erlkönig" von 1778)
     
  20. MissBarnaby

    MissBarnaby Experte der Demographie

    Registriert seit:
    7. Juli 2017
    Das sagte immer meine Uroma, und bis heute weiß ich eigentlich keine Bedeutung auf diesen Reim:

    Zitzerlpier, zitzerpier, wochs in meim Gortn,
    wenn die kloa Svenja kummt,
    sogst sie sui wortn.

    Wenn sie frogt,
    wo i bin,
    sogst i bin gstorm.

    Wenn sie recht wanan tuat,
    sogst i kum morgn!

    Übersetzung Hochdeutsch:

    Zietzerpier (ist eine Salatsorte), wächst in meinem Garten,
    wenn die kleine Svenja kommt (da kann man natürlich jeden Namen einsetzen),
    sag ihr, sie soll warten.

    Wenn sie fragt,
    wo ich bin,
    sag ihr, ich sei gestorben.

    Wenn sie richtig weint,
    dann sage ihr, ich komme morgen!

    @OlliSven: Dein Großmuttergedicht ist wirklich super!
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juli 2018

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